
| Großes Geld mit harten Sounds machen viele,
aber den ideologischen Spagat zwischen Anarchie und Kommerz beherrscht keiner besser, als
Papa Roach: Ein Quartett, das seine Philosphie in energetische Rock-Songs kleidet und
nicht nur den Nerv von amerikanischen Teenagern trifft. Ihr Major-Debüt ,Infest ist
ein globaler Bestseller. Bei seinem allerersten Deutschland-Besuch fühlt sich Coby Dick,
Frontmann von Papa Roach, gleich wie ein Popstar: Überfüllte Clubs, eine
Top-12-Platzierung mit der Single ,Last Resort, ein Medienandrang, wie bei den
Backstreet Boys und eine Transkription der Nummer ,Blood Brothers in G&B 11/00
ein Rummel, den er in vollen Zügen genießt. Und sei es nur, weil er noch
aufregend und neu ist, und Coby schon zum Frühstück ein saftiges Wienerschnitzel
verdrücken darf. Klar ist das eigentlich ein Hauptgericht, aber so etwas konnte ich
mir früher eben nicht leisten. Jetzt probiere ich es zumindest mal." Sein
Nachholbedarf in Sachen Lebensqualität ist riesig genau wie bei den übrigen
Band-Mitgliedern: Gitarrist Jerry Horton, Bassist Tobin Esperance und Drummer Dave
Bruckner. Kein Wunder: Fast acht Jahre tingelten sie kreuz und durch die USA, spielten in
schummerigen Bars und verrauchten Clubs und verkauften gerade genug Tickets, um halbwegs
über die Runden zu kommen. Eine grausame Zeit", so Coby. Klar, du kannst
sagen, das waren Lehrjahre und die müssen hart sein, aber wenn du dir mit sechs Mann ein
Motel-Zimmer teilst, jeden Tag Fastfood isst und dir ständig das Telefon abgeschaltet
wird, dann macht das einfach keinen Spaß mehr." Uns erzählte Coby, woran er heute
Spaß hat .... story:
marcel anders
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