Workshop
SLIDE GUITAR: Hawaiisches mit Sol Hooppii

Mahalo und herzlich willkommen zum neunten Slide-Workshop. Während wir beim letzten Mal geographisch gesehen im Mississippi Delta unterwegs waren, verschlägt es uns heute auf eine wunderschöne Insel im Nordpazifik: Hawaii! Die hawaiische Slide-Spielweise unterscheidet sich von der des Blues in vielfacher Hinsicht; zuerst einmal grundsätzlich in der Haltung des Instruments. Hawaiische Musiker legen ihre Gitarren vor sich auf den Schoß und bringen das Bottleneck, dass in ihrem Fall massiv ist und „Steel Bar" heißt, von oben auf die Saiten. Das erzeugt einen anderen Klang, man kann mühelos auch in die höchsten Lagen sliden und hat sogar die Möglichkeit, durch sogenannte „Slants" – das Schräghalten des Steel Bars – Mehrklänge zu spielen, die einem bei der normalen Gitarrenhaltung aufgrund einfacher physiologischer Zusammenhänge vorenthalten bleiben.

Tonal unterscheidet sich die hawaiische Spielweise von der des Blues insofern, da, obwohl überwiegend die gleichen Stimmungen verwendet werden, weniger Blue Notes vorkommen und sich alles eher im Dur-Bereich abspielt. Weiterhin gibt es im Vergleich zum Blues deutliche Einflüsse aus dem Jazz. Man könnte auch sagen: Mehr Sexten als Septimen werden benutzt! Dies trifft allerdings weniger auf die traditionelle hawaiische Musik zu, als mehr auf die Spielart, die in den 20er und 30er Jahren nicht nur den nordamerikanischen Pop-Markt eroberte.

Um zu demonstrieren, wie sehr das Hinzunehmen der Sexte das musikalische Bild verändert und ein hawaiisches Feel mit hineinbringt, werde ich heute die alt vertraute Open-E-Stimmung leicht aber wirkungsvoll modifizieren. Ich nenne diese Stimmung „E6" ...

Noten

 

Mehr zu diesem & anderen Themen in der neuen Gitarre & Bass. Ausgabe 01/2001 ist ab Freitag, 15. Dezember im Handel.

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