Workshop
IN VIVO 115 Songwriting V

Well, well, zugegeben, es gab schon ausgeflipptere Themen – bloß, nachdem man nicht davon ausgehen kann, dass die geneigte Leserschaft die ersten Folgen von In Vivo aus den Jahren 1991/92 (hey, genau, das war kurz nach dem Krieg und da gab's noch nicht mal Internet) griffbereit hat und mein Buch, trotz zahlreicher moralischer Manipulationen, auch nicht flächendeckend die Toiletten der Republik pflastert – muss ich also noch mal aufklären, wo die kleinen Dur- und Moll-Akkorde herkommen.

Hier also in Trockenform, wie man mit Hilfe der Funktionsharmonik ein paar ordentliche Song-Formeln entwickeln kann. Der Einfachheit halber ist erst mal alles in C-Dur. So sieht die C-Durtonleiter aus: C-D-E-F-G-A-H-C. Über zwei Oktaven: C-D-E-F-G-A-H-C-D-E-F-G-A-H (Bsp. 1).

Um aus dieser zwei-oktavigen C-Durtonleiter die tonleitereigenen Dreiklangakkorde ableiten zu können, muss ich nur zu jeder Note die übernächste Note in der Tonleiter draufstapeln, und schon erhalte ich diese zauberhaften Zweiklänge: C-E, D-F, E-G,

F-A, G-H, A-C, H-D, C-E (Bsp. 2).

Jetzt klatsche ich nach eben beschriebener Methode auf die hohe Note dieser Zweiklänge erneut die jeweils übernächste Note aus der zwei-oktavigen C-Durtonleiter drauf und erhalte folgende Dreiklänge: C-E-G, D-F-A, E-G-H, F-A-C, G-H-D, A-C-E, H-D-F, C-E-G. Voilà – die Dreiklänge der Tonart C-Dur. Würde ich das ganze noch einmal durchexerzieren, so erhielte ich Vierklänge, sogenannte Septakkorde (weil sie sich vom Grundton des Akkordes bis zur Septime ausdehnen) – aber das machma zum Schluss. Hier reichen uns im Moment die Dreiklänge, weil wir ja nur einfache Formeln erstellen wollen ...

 

Noten

 

 

Mehr zu diesem Thema in der neuen Gitarre & Bass – Ausgabe 02/2001 ist ab Freitag, 19. Januar im Handel.

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