
| Der durchschnittliche Blues-Man hat Schwielen
an den Händen, noch aus der Zeit auf den Baumwollfeldern. Er hat ein Alkoholproblem und
verprügelt immer mal wieder Frau und Kinder. Außerdem hat er nie eine Schule von innen
gesehen und folglich ein Problem mit der Grammatik. Hässliche Klischees. Wirklich
hässliche Klischees, die beim Blick auf die Biografie von Henry Saint Clair Fredericks
zusammenbrechen, wie das Kartenhaus des zockenden (Klischee-) Bluesers: Die Welt kennt ihn
als Taj Mahal, und der Mann steckt voller Überraschungen und Geheimnisse. Eines seiner
vielen musikalischen Projekte ist die Phantom Blues Band und auch dieser Musiker
selbst hat etwas von einem Phantom, lässt sich künstlerisch nicht auf eine Welle
festlegen und birgt zu viele Talente in sich, als dass sie alle in einem Projekt Platz
fänden. Wer mit offenen Ohren auf eine Reise durch die verschiedenen Veröffentlichungen
Taj Mahals geht, findet zu Beginn seiner Karriere Psychedelia-Anklänge mit den
Rising Sons", dringt tief ein in die Traditionen afroamerikanischer Musik, bis
hin zum rhythmischen Sprechgesang aus Großmutters Küche, und landet schließlich nach
Umwegen über poppige R&B-Platten der Achtziger (wie ,Taj) beim Welt-Musiker Taj
Mahal, dessen Album ,Senor Blues mit einem Grammy belohnt wurde ...
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