
| Ihr Debüt war die Überraschung der späten
90er: Eine Band, die harten Rock mit morbider Sphärik und mystischen Texten kombinierte,
weder ins Alternative- noch Metal-Lager passte und auch sonst zwischen allen Stühlen
stand. Trotzdem haben Godsmack rund drei Millionen CDs umgesetzt und das war erst
der Anfang. Für die vier Mittdreißiger aus Boston läuft es immer noch wie am
Schnürchen. Das neue Album ,Awake hat schon wenige Wochen nach US-Veröffentlichung
Platin eingespielt, das Medieninteresse ist riesig und der laufende Support-Slot für Limp
Bizkit ist die beste Chance, ein junges, kaufkräftiges Publikum zu erreichen. Genau das
gelingt Godsmack mit Bravour eine tighte, spielfreudige Band, die für ihre reifen
Mitglieder die letzte Chance auf eine richtige Rock-n-Roll-Karriere darstellt.
Und die nutzen sie mit einer Konsequenz, als wollten sie die ganze Welt erobern. Was ja
irgendwie stimmt. Schließlich schien der Zug längst abgefahren, die Zukunft ein dumpfer
McJob und die eigene Musik so altbacken wie ein Kropf. Doch weil sie mitten hinein in die
Invasion an neuen harten Gitarren-Bands (Korn, Limp Bizkit, Deftones) platzten, sind
Sänger/Gitarrist Sully Erna, Bassist Robbie Merrill, Drummer Tommy Stewart (Ex Lillian
Axe) und Gitarrist Tony Rombola plötzlich Superstars und Galionsfiguren des
Nü Metal". Eine Rolle, die sie so gar nicht mögen, den späten Ruhm aber in
vollen Zügen genießen. Vor allem tut das Ex-Zimmermann Tony, dessen kantige Riffs
irgendwo zwischen Iommi (Sabbath) und Cantrell (Alice In Chains) pendeln. Ein schweigsamer
Meister seines Faches, der uns beim Interview tiefe Einsichten in Sound, Equipment und
Philosophie gewährt ...
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