
| Da flirtete der flinke Ire zuletzt heftig mit
dem Zeitgeist, gab sich nach wertkonservativen Blues-Werken und anachronistischen
Rock-Projekten wie BBM und Colosseum II plötzlich richtig hip: Mit grellgrünem
Fleece-Jäckchen und smarter Skater-Brille outete sich der Meistergitarrist plötzlich als
Auskenner und Fan der Londoner Drum N Bass Scene und kokettierte mit Kontakten zu
den Dancefloor-Heroen von Underworld. Zugleich attestierte Mr. Moore dem Rock die
Sterbeurkunde und erhob Club-Kultur und Dancefloor zu wichtigsten Impulsgebern für
zukünftige Trends & Sounds. Das demonstrierte er dann auch gleich stolz auf ,Dark
Days In Paradise. Kleiner Wermutstropfen: Das Album wurde ein völliger Flop. Wenn
das kein Grund ist, den Blues zu bekommen. Kleiner Trost: Auch die Londoner
Drum-N-Bass-Szene entwickelte sich eher zu einem interessanten Phänomen, als zu
einem Style mit Massenakzeptanz. Was der mutige Mr. Moore den Turntable-Akrobaten im Hier
& Jetzt voraus hat, sind sein Erfahrungsschatz und eine treue, wenn auch momentan
leicht verwirrte Fan-Gemeinde. Und natürlich noch etwas enorm Wichtiges: Die eigenen
Wurzeln, die man immer wieder begießen kann. Ein Interview.
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