
| Pram: Avantgarde, Experiment, Dada. Seit gut 10
Jahren zählt die Band aus Birmingham zu den schrägen Ausnahmeerscheinungen der
britischen Pop-Szene. Ihre Musik ist unkonventionell bis verschroben, mal eingängiger,
dann wieder harte Klangcollage. Pram! Die aktuelle Pram-CD ,The Museum Of Imaginary
Animals ist ein, facettenreiches Album, das einen sehr eigenen, naiven Charme
besitzt. Einige Passagen erinnern an Kinderlieder, dann gibt es Klangexperimente
Sounds, die einfach nur im Raum stehen. Der Pop-Aspekt entsteht durch verschiedene
durchlaufende Grooves, die entweder von echten Drums gespielt werden oder vom Sequenzer
kommen. Und es tauchen weitere Instrumente auf: eine Flöte, E-/Kontrabass, Gitarre,
Orgel, Trompete, Klarinette und ein Theremin, ein vorsintflutlicher elektronischer
Klangerzeuger. Sound-Farben also reichlich! Und da ist noch Rosie Cuckstons dünne bis
schrille Stimme, die gelegentlich so richtig schön an den (Hör-)Nerven zerrt.
Gelegentlich besitzt die Musik durch die Trompeteneinwürfe einen Jazz-Touch, ansonsten
kann man alle möglichen Einflüsse ausmachen und alles sehr free eben. Die Musik
von Pram besitzt von der Atmosphäre her etwas von der Avantgarde-Ikone Can, den frühen
Pink Floyd (bewusstseinserweiternder Hörtip: das 1969er Album ,Ummagumma) sowie von
Einstürzende Neubauten. Und manchmal erinnern die Stücke an Soundtracks, und das sieht
auch Gitarrist/Keyboarder/Bassist Sam Owen (33) so: Ja, das ist definitiv so. Wir
hören alle die ganze Zeit Filmmusik; Soundtracks können eine Schnittstelle zwischen
populärer und klassischer Musik sein. Ich persönlich mag überspannte geisterhafte
atmosphärische Musik, wie den O.S.T. von ,Rosemarys Baby oder zu ,The Thomas
Crown Affair der Kinostreifen wurde wieder neu aufgenommen mit Pierce
Brosnan, stammt aber eigentlich aus den frühen 70ern, und die Musik dieses alten Films
ist wunderschön ..."
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