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TOP TEN - Eric Johnson: Rain

Dieser Musiker gehört ohne Frage zur Top-Ten der zeitgenössischen Gitarrensolisten: Der Texaner Eric Johnson (*17. August 1954) genießt in Musikerkreisen sogar regelrechten Kultstatus. Dabei verlief seine Karriere alles andere als stromlinienförmig. Zwar unterzeichnete Johnson 1977 einen exklusiven Vertrag bei Manager Bill Ham, der schon ZZ Top zu Weltruhm verholfen hatte. Aber als es darum ging, die fertigen Tapes seines Debüt-Albums ‚Seven Worlds‘ zu verkaufen, lehnten die Verantwortlichen von Hams Firma „Lone Wolf Management" in Erwartung eines Big Deals mit einer Major Company alle Angebote interessierter kleinerer Labels rundweg ab – aber der lukrative große Deal blieb ganz aus. Johnson hatte nicht das Geld, sich aus dem Vertrag mit Ham freizukaufen und war so für geschlagene sechs Jahre wie paralysiert. Und so erschien erst 1986 – der Gitarrist hatte die 30 bereits überschritten – sein erstes Album ‚Tones‘. Für die nächste Produktion ‚Ah Via Musicom‘ (1990) verbrachte Johnson fast 15 Monate im Studio. Die Zeit verging aufgrund endloser technischer Experimente (u. a. mit der Mikrofonierung) und immer wieder neu eingespielten Takes rasend schnell. Eric Johnson ging es darum, seinem Sound-Ideal, das geprägt ist vom Ton großer klassischer Geiger wie Itzhak Perlman, so nahe wie möglich zu kommen. Immerhin zahlte sich die Plackerei in kommerzieller Hinsicht aus: ‚Ah Via Musicom‘ verkaufte sich bis heute über 800.000 mal. Und ‚Cliffs Of Dover‘, der wohl berühmteste Track des Albums, räumte 1992 sogar einen Grammy in der Kategorie „Best Instrumental" ab.

‚Live And Beyond‘ heißt nun die aktuelle Platte von Eric Johnson (bzw. seiner Band „Alien Love Child"). Und es ist erstaunlich, dass sich dieser manische Sound-Perfektionist auf das Wagnis einließ, aus Mitschnitten dreier Gigs im Club Antone’s in Austin eine Live-CD zu produzieren ...

MidiEric Johnson

 

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Ausgabe 04/2001 ist ab Freitag, 16. März im Handel.
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