
| Dank einer rührigen Plattenfirma, aber auch
dank seiner rastlosen Tour-Tätigkeit in den letzten zwei, drei Jahren, erfreut sich Chris
Whitley einer für einen solch introvertierten, eher ,schwierigen Künstler recht
hohen Popularität in unseren Landen. Dabei war der Mann, dem die Kritiker nach seinem
ersten Album ,Livin With The Law die Zukunft der Popmusik andichteten, bereits
weg vom Fenster. Begraben von der Politik großer Plattenfirmen, verstrickt in private
Endlosigkeiten. Nur dank einiger Freunde, unter anderem des Produzenten Craig Street,
überlebte er diese dunklen Jahre und hat sich nach seinem Comeback 1998 als Spezialist
für minimalistische, sensible und intensive Live-Aufnahmen entwickelt. Und Chris Whitley
erfüllt damit den Traum jeder Plattenfirma, mit dem geringstmöglichen Etat ein
erfolgreiches Album einzuspielen. ,Dirt Floor, seine Comeback-CD, wurde 1998 an
einem einzigen Tag in einer Scheune in Vermont direkt aufs Master-Band gespielt, ,Live At
Martyrs war ein unproblematischer Live-Mitschnitt, und auch ,Perfect
Day, die aktuelle Veröffentlichung Whitleys, ist an nur zwei Tagen, wiederum ohne
finalen Mix, direkt aufs Master-Band aufgenommen worden. Neu ist allerdings, dass Chris
Whitley dieses Mal nicht alleine, sondern zusammen mit der Rhythmusgruppe der hochgelobten
New Yorker Jazz-Formation Medeski, Martin and Wood diese Aufnahmesession bestritt. Neu ist
auch, dass Whitley sich dabei Songs bedient, die nicht aus der eigenen Feder stammen,
sondern allesamt Klassiker der Rock- und Blues-Geschichte darstellen ...
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