Carl Carlton & The Songdogs: V.I.P. Roots Rock

Mitten in den Sümpfen von Maurice/Lousiana, nicht allzu weit von New Orleans, steht das Dockside-Studio. An drei Wochen im September letzten Jahres scharte Carl Carlton, bei uns eher durch seine Gitarristen/Produzenten-Tätigkeit bei nationalen Größen wie Peter Maffay und Udo Lindenberg bekannt, eine illustre Schar internationaler Musiker um sich, um endlich das wahr zu machen, was ihn schon lange rastlos durch die Welt trieb: Ein Album einzuspielen, auf dem er die Musik, die er selbst am meisten liebt, zelebrieren kann – ohne jede Einschränkungen und Verluste. ,Revolution Avenue‘, das Album, das bei dieser Aufnahmesession entstand, ist nicht das erste Werk, das Carlton unter seiner Federführung entstehen ließ. Immer wieder suchte er nach Wegen abseits der eingetretenen Pfade, die ihm zwar das täglich Brot und auch ein bisschen mehr bescherten, ihn aber mit vielen musikalischen Kompromissen beschwerten. „Riders Of The Last Corvette" hieß die eine, „New Legend" die andere Formation – aber mehr als wohlwollende Beachtung war dem Gitarristen, der den Bands solcher Größen wie Herman Brood, Long Tall Ernie (& the Shakers), Robert Palmer, Joe Cocker, Wolfgang Niedecken, Jimmy Barnes, Peter Maffay und Udo Lindenberg mit seiner Auffassung von Rock ‘n’ Roll einen prägenden Sound verlieh, nicht beschienen. Was die innere und äußerliche Rastlosigkeit des Weltenbürgers, der seine Musikerkarriere als Schlagzeuger (!) der Emsland Hillbillies im damals heimatlichen Ostfriesland begann, nicht gerade beruhigte. Doch das könnte jetzt anders werden, denn ,Revolution Avenue‘ ist in der Tat eine ganz besondere CD – sicherlich auch wegen der vielen interessanten Musiker, die darauf zu hören sind: Moses Mo (g) und Wyzard (b) von Mother’s Finest, Levon Helm (dr & mandolin) und Garth Hudson (org) von The Band, Sonny Landreth (slide-g), Jon Smith (sax) und Steve Howard (tp) von Edgar Winter’s White Trash, Ian McLagan (kb) von den Faces und Stones, Bertram Engel (dr) und Pascal Kravetz (kb) von der Maffay-Band, Robert Palmer (voc) und Ronnie Wood (Spirit ...) von den Rolling Stones. Das liest sich nicht nur spannend, sondern hört sich genau so an, wie diese Namen es vermuten lassen. Und wer Carl Carltons Gitarrenspiel und seine musikalischen Vorlieben kennt, weiß, dass er sich in dieser Schar mehr als wohl fühlte ...

 

Mehr zu diesem Thema in der neuen Gitarre & Bass. Ausgabe 05/2001 ist ab Freitag, den 20. April im Handel. Abonnenten lesen früher.

 

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