John Mayall: Herbergsvater für Blues-Gitarristen

Rein äußerlich sieht er ein wenig wie Jon Lord aus, wie jener altehrwürdige Organist des britischen Hard-Rock-Flaggschiffs Deep Purple. John Mayall ist in Ehren ergraut, trägt das immer noch recht dichte Haar zu einem Zopf zusammengebunden, sein weißer Bart ist gepflegt, sein äußeres Erscheinungsbild von zeitloser Freizeitkleidung gekennzeichnet. Wenn der Blues-Veteran spricht, offenbart sich dem Zuhörer eine vergleichbar ruhige Höflichkeit, eine Attitüde, die man wohl nur echten Gentlemen zuspricht. Und mit ,Along For The Ride‘ hält er ein aktuelles Album in den Händen, von dem sich Management und Plattenfirma eine ähnliche Bedeutsamkeit versprechen, wie die, die seinerzeit von John Lee Hookers ,The Healer‘ ausging. Ein Vergleich, dem Mayall durchaus zustimmt, in der Hoffnung, einen entsprechend gewichtigen Klassiker eingespielt zu haben. ,Along For The Ride‘ ist unter anderem deshalb von solch riesiger Bedeutsamkeit, da es dem britischen Blues-Musiker gelungen ist, eine hochkarätige Ansammlung namhafter Kollegen als Gastinstrumentalisten zu gewinnen. Sei es Billy Gibbons von ZZ Top, oder Mick Taylor, einst bei den Rolling Stones unter Vertrag, sei es Andy Fairweather Low bzw. Chris Rea, die sich nicht lange bitten ließen, seien es Gary Moore, Jeff Healey, Steve Miller und Jonny Lang, wie auch Booker T, Steve Cropper, Billy Preston, Otis Rush und Reese Wynans (aus der ehemalige Band des verstorbenen Stevie Ray Vaughan), darüber hinaus Peter Green, John McVie und Mick Fleetwood (einst als Fleetwood Mac ein unschlagbares Gespann), oder aber Davy Graham, ein Virtuose an der Akustikgitarre, sowie das blutjunge Talent Shannon Curfman ...

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