Workshop
Bass & Bässer - Stilfragen

In der letzten Ausgabe ging es los mit einigen Tipps zum passenden Equipment für den Einsatz in einer Rock-, Jazz- und Folk-Band. Wo auch immer man seine eigene Musik einordnen mag, die passende Ausstattung macht das Leben nämlich leichter und einen günstigen Bass-Sound wahrscheinlicher. Hier also die versprochene Fortsetzung, in der das Anwendungsprofil weiterer Stilrichtungen durchleuchtet wird.

Fusion
Wie der Name schon sagt, fließen hier diverse Stile ineinander wie Jazz, Rock und Funk. Dementsprechend kann es in einer Fusion-Band auch schon mal heftiger zur Sache gehen. Rockmäßiges Pfund geht hier mit jazzig-virtuosem Spiel einher, was nicht nur an den Spieler, sondern auch an sein Equipment umfangreiche Ansprüche stellt.

Eine präzise und impulsgetreue Darstellung flitzender Bassläufe müssen die Boxen ebenso bewerkstelligen wie ein packendes, körperstarkes Groove-Pfund. Zehnzoll-Lautsprecher bieten sich dafür mit ihrer prägnanten, schnellen Arbeitsweise an, aber es müssen schon ein paar mehr sein, damit sie auch die satten Groove-Bässe druckstark rüberbringen. Mit zwei 4x 10"-Aggregaten bekommt man ausreichend Membranfläche zusammen, um auch die pfundigeren Passagen kraftvoll und tight zu übertragen. Für die feineren Klangdetails ist diese Speaker-Größe ohnehin Spezialist, wobei zusätzliche Hochtöner die Präzision steigern. Der weite Übertragungsbereich muss auch beim Powerplay gewahrt bleiben, insofern sollte man nicht die schwächste Boxen-Type auswählen; dies ist das Einsatzfeld für hochbelastbare Modelle, die auch bei höheren Pegeln noch eine saubere und differenzierte Wiedergabe zustande bringen.

Natürlich ist für impulsgetreue, lebendige Wiedergabe auch ein leistungsstarker Amp angebracht, wobei es hier weniger um donnerstarke Bässe geht, sondern um klare und feste Konturen bei der Tiefen-Reproduktion. Vollröhren-Verstärker, deren charaktervoller Eigenklang sich gut bei rockigen Stilrichtungen macht, dürften hier aber nicht immer ausreichend präzise in der Abbildung feinerer Details sein und schränken zudem meist die freie Wahl bei der Klangeinstellung ein. Ein kräftiges Transistorgerät ab 300 Watt arbeitet in aller Regel genauer und vermag auch bei lauterem Spiel die Lautsprecher präziser im Griff zu behalten. Außerdem sind viele Transistorverstärker mit sehr differenzierten Klangregelmöglichkeiten ausgestattet, wie man sie für die häufigeren Sound-Wechsel bei einem Fusion-Bass gut gebrauchen kann. Durchaus von Vorteil ist es auch, wenn am Amp verschiedene Sound-Einstellungen per Fußschalter abrufbar sind – denn wo viele Töne gespielt werden, hat man um so seltener eine Hand frei, um am EQ herumzudrehen ...

 

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Ausgabe 10/2001 ist ab Freitag, den 21. September im Handel. Abonnenten lesen früher.

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