Adrian Belew: Gitarre für Bowie, Zappa & King Crimson

Adrian Belew gehört fraglos zu den innovativsten Musikern im Bereich der modernen Gitarrenmusik. Ob bei King Crimson oder seinen Soloprojekten, ob bei theoretischen Diskursen über Musik, als Sideman oder Produzent: stets umgibt den gut gelaunten Multiinstrumentalisten aus Covington, Kentucky, die Ausstrahlung eines Universal-Genies, das mit professoraler Genugtuung, stoischer Ruhe und spielerischer Leichtigkeit kompositorische Knoten löst und damit sein Publikum nun schon seit drei Jahrzehnten immer wieder aufs Neue verblüfft. Der Mann ist wahrlich kein schlichtes Gemüt. Belew ist ein eigenwilliger Ideologe, ein Querdenker und Visionär, für den sich Einflüsse wie die Beatles und Strawinsky, Roy Orbison und George Gershwin nie ausschließen, eher ergänzen. Doch im Gegensatz zu seinem King-Crimson-Kollegen Robert Fripp, den seit Jahren der Ruf begleitet, unnahbar, schwierig und humorlos zu sein, ist der heute 53-jährige ein äußerst sympathischer, aufgeschlossener und freundlicher Zeitgenosse, der nach all den Jahren als Profi noch immer mit einer unglaublich faszinierenden Begeisterung über Musik reden kann. Zum Beispiel über das neue King Crimson-Werk ,The Power To Believe‘, das es den Hörern wieder mal nicht leicht macht, sich zwischen schrägen Taktmaßen, verschachtelten Akkordmustern und ungewöhnlichen Harmonien zurecht zu finden. Oder kurz gesagt: das Album ist ein ziemlicher Klotz, der – obwohl fein geschnitzt – so manche Frage aufwirft ...

story stefan woldach
fotos sanctuary

 

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