Fret-King EU Esprit III & V, E-Gitarren  

 

Fret-King EU Esprit III & V, E-Gitarren

Ich kann mich noch gut an ein Titelbild unserer Lieblingslektüre erinnern, auf dem eine naturfarbene Esprit des englischen Herstellers gezeigt wurde. Dies ist zwar schon einige Jahre her, aber nach wie vor hat dieses Gitarren-Design, das als das ursprüngliche, weil erste Fret-King-Design gilt, in seiner Faszination nichts eingebüßt. Doch nun werden – zusätzlich zu der englischen Serie – neue Esprit-Modelle gebaut, nicht im Mutterland, sondern in Ost-Europa. Da wollen wir mal sehen, ob sie den Umzug ohne Schaden verkraftet haben. Nach der EU Corona, die in Ausgabe 12/2002 ebenfalls das Titel-Modell gab, repräsentieren diese beiden Esprit-Modelle die zweite Serie Gitarren, die Trevor Wilkinson, der Fret-King-Chef, in Tschechien herstellen lässt. Fret-King macht ja nie ein Hehl daraus, dass sie die E-Gitarre nicht neu erfinden wollen, sondern mit allem Respekt vor den Klassikern der 50er und 60er Jahre ihre Designs planen – und sich dabei mehr oder weniger stark, aber immer ganz bewusst, an Fender- und Gibson-Konstruktionen anlehnen und diese eventuell in Details verbessern. Während die Corona aus Ausgabe 12/2002 im Grunde genommen eine reinrassige Kopie der Fender Stratocaster darstellt, ist die Esprit ein eigenständiges Design, das aus einem sehr gelungen Mix aus Firebird-, Explorer- und Flying-V-Elementen geformt ist. Auch die Konstruktion entspricht in weiten Zügen denen der Gibson-Klassiker. So ist der einteilige Ahorn-Hals in einen Korina-Korpus eingeleimt, der abgesehen von seiner meiner Meinung nach gelungenen Silhouette auch mit einer um etwa einen halben cm heraus gearbeiteten V-Form auffällt. Wie immer bei Wilkinson folgt jedoch die Form dem Inhalt, sprich: Nichts ist nur schön, sondern es muss auch dem (Be-)Spielen dienen. In diesem Fall ermöglicht das konturierte, hervor gehobene V u. a. in dem Bereich, in dem der rechte Arm agiert, einen dünneren Korpus – ähnlich dem Shaping einer fenderartigen Gitarre. Somit liegt der rechte Arm in einem besseren Winkel zu den Saiten, als wenn das „Brett" an allen Stellen gleich stark wäre ...

Heinz Rebellius

 

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