Workshop
Bass Rudiments: Bass-Lines variieren

In den letzten Monaten haben wir die ersten Schritte auf dem Weg zum freien Spiel gemacht. Ich habe dir Beispiele gegeben, mit denen du die erarbeiteten Pentatoniken und Skalen ausprobieren konntest. Ich hoffe du hattest genug Zeit und Motivation, dich mit diesem Thema zu beschäftigen. Zusätzlich möchte ich dir noch den Tip geben, die in diesem Workshop erläuterte Methode auf die Songs deiner Band zu übertragen. Vielleicht hast du sogar eigene Kompositionen, bei denen du die Erkenntnisse dieses Workshops anwenden kannst. Bestimmt kennst du das Problem, dass selbst der noch so genial klingende und groovende Bass-Lauf irgendwann nach Auflockerung, Erweiterung und Abwechslung schreit. Immer das Gleiche spielen ist halt manchmal doch nicht so erquickend. Mit Hilfe der Workshops der vergangenen Monate kannst du nun die Tonart eines Songs deiner Wahl bestimmen und ermitteln, mit welcher Tonleiter bzw. Pentatonik du deine Bass-Begleitung modifizieren kannst. Vielleicht hast du ja einen Geistesblitz für ein Lick, mit dem du deinen Basslauf auflockern möchtest.

Auf der Suche nach neuer Inspiration habe ich dir im letzten Monat empfohlen, dich auch durch das Spiel anderer Bassisten bzw. Musiker inspirieren zu lassen. Doch bedenke: Ziel des Lernens von anderen sollte sein, deine eigene Kreativität zum Fließen zu bringen. Begehe nicht den Fehler, ein Klon zu werden. Natürlich ist es legitim, eine Zeit lang einen Hero zu haben, mit dem du dich besonders stark beschäftigst. Eine Persönlichkeit, die du studierst und dessen Spiel sich zwangsläufig auf das deine auswirkt. Das kann übrigens auch der Einfluss eines Lehrers sein. Selbst eine Bass-Größe wie Marcus Miller reagiert sehr gelassen auf die Frage, wie er es denn findet, so oft kopiert zu werden. Er selbst habe auch Phasen durchlaufen in denen er geklungen hat wie Jaco Pastorius oder Bootsy Collins. Allerdings ist das aus heutiger Sicht wirklich schwer vorstellbar. Gerade deshalb ist Marcus Miller ein gutes Beispiel dafür, dass man von anderen lernen und gleichzeitig seinen eigenen Sound und musikalischen Stil entwickeln kann.

Doch wir wollen nun weiter gehen auf dem Weg zum freien Spiel ...

Midi

Mehr zu diesem & anderen Themen in der neuen Gitarre & Bass!
Ausgabe 03/2004 ist ab Freitag, den 20. Februar im Handel.

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