NAMM! News & Facts von der größten US-Musikmesse

Die amerikanische Musikmesse NAMM, die traditionell im sonnigen Anaheim in Kalifornien stattfindet, ist die erste Standortbestimmung der Musikinstrumentenbranche fürs neue Jahr. Und das Jahr fängt mit einigen Superlativen an: Besucherrekord, sehr gute Stimmung, jede Menge Neuigkeiten, phantastisches Frühlings-Wetter trotz des extrem frühen Termins vom 15. bis zum 18. Januar und der niedrigste US-Dollar/Euro-Wechselkurs aller Zeiten! Und obwohl in den USA zur Messezeit hauptsächlich über den Michael-Jackson-Prozess, den Super Bowl, und die demokratischen Präsidentschaftskandidaten (in dieser Reihenfolge) diskutiert wird, bekommt auch Mr. Schwarzenegger, der neue Gouverneur von Kalifornien, in der Presse erstaunlich gute Kritiken, weil er – man ist es von Politikern anscheinend gar nicht gewohnt – scheinbar einen guten Job macht.

Teurer & Limitiert
Ein eindeutiger Trend geht auch in den USA zu teuren, limitierten Instrumenten. Immer mehr Menschen sind scheinbar bereit, ihr Geld in Musikinstrumente anzulegen. Das zeigt sich auch bei den Messeneuheiten. Fender hat Stevie Ray Vaughans Strat No. 1 originalgetreu mitsamt aller Macken und Ecken nachgebildet, ganze 11 solcher Instrumente kommen nach Deutschland. Gibson schlägt zurück, der Custom-Shop hat Jimmy Pages Les Paul Standard No. 1 eins zu eins nachgebaut, das 59er-Modell mit etwas dünner gemachtem Hals und Out-of-Phase-Schalter im Tone-Poti; eine Gitarre, die Jimmy Anfang der 1970er Jahre von Joe Walsh kaufte und fortan fast ausschließlich benutzte. Die ersten 25 Modelle waren trotz hoher fünfstelliger Dollar-Preise sofort ausverkauft, jetzt werden nochmals 125, von Gibsons Aging-Experte Tom Murphy behandelt, nachgeliefert, bevor die Gitarre dann ins Custom-Shop-Programm als Serienmodell übernommen wird. Und Paul Reed Smith baut seine Private-Stock-Modellpalette aus, u. a. mit verschiedensten Semi-Akustik- und Jazz-Modellen. Außerdem haben alle großen Hersteller ihre Custom-Shop-Kapazitäten vergrößert.

80er Jahre
Nicht nur in deutschen Fernseh-Shows werden die wilden 80er Jahre abgefeiert, auch die Instrumente des „Heavy Metal"-Jahrzehnts kommen wieder. Graphiken, wilde Formen, bunte Lackierungen und Floyd-Rose-Vibrato sind vor allem bei den Marktführern der 80er wieder in: ESP, Dean, Schecter, Jackson, Charvel etc. Auch die Musiker dieser Dekade haben ihr Handwerk nicht verlernt ...

Text & Fotos: Dieter Roesberg

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Ausgabe 03/2004 ist ab Freitag, den 20. Februar im Handel.

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