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CD-Rezensionen in Gitarre & Bass beziehen sich
auf ausgewählte, empfehlenswerte Veröffentlichungen. Wir wollen nicht viel
Platz für Verrisse verschwenden, wenn wir statt dessen auf gute Musik
aufmerksam machen können. Wir weisen außerdem immer gerne auf schön
gestaltete CD-Verpackungen und informative Booklets hin – denn der Käufer
soll ja was für sein Geld bekommen. Da alle Empfehlungen subjektiv sind,
Geschmack GESCHMACK(S)SACHE bleibt & CDs sehr viel Geld kosten,
empfehlen wir in interessante Alben reinzuhören, bevor man sie kauft.
Band-Websites, Online-Händler und gute Plattenläden machen es möglich.
red Anfang Juni kamen die Vordenker eines weltweiten Unterhaltungskonzerns mit einer ganz großartigen Idee an die Öffentlichkeit, um das selbst herbeigeredete Phänomen des Volkssports CD-Brennen/Soundfiles-downloaden wieder in den Griff zu bekommen: Man möchte in Zukunft aktuelle CD-Veröffentlichungen zusätzlich auch in einer Light-Version für knapp 10 Euro anbieten. Die besteht dann nur aus dem mit Album-Titel, Interpret und Song-Abfolge bedruckten Tonträger, der in einem nackten Jewel-Case steckt – ohne Booklet, ohne Inlay-Card, ohne alles. Nun, dieser geniale Einfall hat bislang nur ungläubiges Grinsen hervorgerufen. Wer soll bzw. will für so etwas sein Geld ausgeben? Was diese Industrie früher einmal erfolgreich und selbstbewusst verkaufte waren Kunstobjekte, Musik auf Tonträger (LP, MC, CD) in gestalteter Verpackung, mit informativen und unterhaltenden Zugaben wie schönen Booklets, Klapp-Cover etc. Und das war nicht etwa Kult, liebe Kinder, sondern der Normalfall. Genau darauf haben sich der Branchenriese Capitol/Emi und DAVID BOWIE wieder besonnen: Die Wiederveröffentlichung seines 1974 erschienenen Meisterwerks ,Diamond Dogs‘ in der ,30th Anniversary 2CD Edition‘ bietet nicht nur 8 faszinierende Tracks mehr, das Ganze steckt auch noch in einem dem Original-LP-Klappcover nachempfundenen Mini-Album, dazu gibt’s ein sehr schönes, farbiges, 40seitiges Farb-Booklet, gedruckt auf dickem Papier, und das alles steckt wiederum in einem Pappschuber. Großartig, wunderschön und unkopierbar. Die Aufnahmen klingen hervorragend und Bonus-Tracks wie der faszinierende Alternate-Take von ,1984‘ (die letzte Bowie-Aufnahme mit Mick Ronson in dieser Phase) oder die 2003er Version von ,Rebel Rebel‘ aus dem Soundtrack von „Charlie’s Angels" sind eine wirklich perfekte Ergänzung eines faszinierenden Albums, bei dem David Bowie übrigens alle Gitarren selbst eingespielt hat. Bassist war der ebenfalls großartige Herbie Flowers. Diese Art von CD kann man nur kaufen! lt Auch die H-BLOCKX sind nicht nur gute Musiker sondern Menschen mit Bodenhaftung. Ihr gelungenes neues Album ,No Excuses‘ (sony/e-cell) gibt’s ebenfalls in einem schönen DigiPak, mit dickem Booklet, einem Sticker und viel großartiger Musik. Diese Band hat sich gerettet und in neuer Besetzung an den alten Sound angeknüpft. Der ist allerdings vielschichtiger und interessanter geworden – und gerade Gitarrist Tim hat mit „Humpe" nicht nur einen neuen Nachnamen, sondern auch eine Menge dazugelernt: Harte Riffs kontrastiert er mit Akustikgitarre, wabbernden Surf-Sounds und abgedrehten Clean-Licks – ein wirklich fähiger Band-Musiker. 14 Jahre nach ihrer Gründung hat diese Band ihren Status in der europäischen Rock-Szene manifestiert. Weiter so! lt Harte Riffs liefern auch MINISTRY – und zwar ganz harte: Gitarrist/Sänger Al Jourgensen hat seit einem knappen Vierteljahrhundert den Industrial-Metal immer wieder belebt, und mit den Sounds & Samples von ,House Of The Molé‘ (soulfood/mayan) jetzt zu einem energetischen 3D-Erlebnis gemacht. Diese Musik hat einen unglaublichen Drive, ganz viel Raum und noch mehr Message: Denn momentan wird von Al J. ganz schön auf den Bush geklopft. Es ist übrigens das erste Album ohne den langjährigen Bassisten Paul Barker, dessen Part hier von Jourgensen selbst oder Mike Scaccia bzw. M.O.D.-Veteran John Monte übernommen wurde. Verrückte Musik. lt Ein interessanter Bassist CHYCO SIMÉON, und sein Album ,Finally‘ (www.chayerecords.com) wird Marcus-Miller-Fans beglücken. Einmal weil die musikalische Funk-Jazz-Fusion-Ausrichtung übereinstimmt, und dann ist Chycos unüberhörbares Vorbild auch noch bei einem Track zu hören – aber an der Bass-Klarinette. Eine schöne Mischung aus knackigen, groovigen Instrumentals und souligen Songs. Infos: www.chycobass.com lt Außerdem besprechen wir in dieser Ausgabe neue CDs von
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zum Inhalt Gitarre & Bass 08/2004 © Copyright: Gitarre & Bass - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH |