Carvin

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Die Benutzung getrennter Endstufen für die Bässe und den Mitten-/Höhenbereich ist bei größeren PA-Anlagen eine Selbstverständlichkeit, und auch anspruchsvolle Bassisten nutzen das Biamping: Freilich ist der Aufbau einer solchen Mehrwegeanlage eine recht aufwendige Sache, wenn dazu Einzelkomponenten verwendet werden. Im Carvin R600-Top aus der Red-Line-Serie finden sich hingegen Vorstufe, Frequenzweiche und zwei Poweramps vereint, was die Geschichte wesentlich handlicher macht.

Dabei wird dieser reichhaltig ausgestattete Bassverstärker zu einem unglaublich günstigen Kurs angeboten, und auch passende Boxen finden sich preiswert im Carvin-Programm. Eine komplette Biamping-Anlage läßt sich so für einen Preis zusammenstellen, für den man sonst gerade mal einen schlichten Mono-Bassamp mit Box bekommt.

Verstärker R600

Die beiden Endstufen sind aber nicht das einzige Argument für den Carvin. Der R600 besitzt wie ein Gerät der Oberklasse eine doppelte Eingangsstufe, einmal mit Transistoren, einmal mit einer Röhre ausgestattet. Neben dem Gain-Poti findet sich ein Überblendregler, mit dem man die entsprechende Eingangsschaltung anwählen, bzw. Röhren- und Transistorsound stufenlos mischen kann. Drei per Schalter abrufbare Preshape-Presets erlauben es, auf die schnelle den Grundsound zurechtzuschneidern, und für differenziertere Klangbeeinflussung steht noch ein Dreiband-EQ mit parametrischen Mitten bereit. Damit nicht genug, läßt sich auch noch (per Schalttaste oder Fußschalter) ein neunbandiger Graphic-EQ zuschalten. Nach einem Bassamp mit vergleichbarem Klangreglerumfang wird man in dieser Preisklasse lange suchen müssen.

Auch zur Dynamikbeeinflussung ist der Carvin mit entsprechenden Features ausgerüstet. Ein in der Einsatzschwelle und im Kompressionsverhältnis stufenlos justierbarer Kompressor glättet Dynamiksprünge, wenn z. B. verschiedene Spieltechniken (Fingeranschlag und Slappen) kombiniert benutzt werden und mobilisiert für Fretless-Sounds ein stabiles, langes Sustain. Und mit dem justierbaren Noisegate lassen sich ggf. störende Rauschfahnen von eingeschleiften Effektgeräten abkappen...

Dirk Groll

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