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Gibson scheint den
Reiz, den Limited-Edition-Gitarren auf Käufer bzw.
Sammler ausüben, erkannt zu haben. Da fragt man sich
oft, was an den jeweiligen Instrumenten denn so
Besonderes sein soll, daß sie in limitierter Stückzahl
auf den Markt gebracht werden?
Im aktuellen Fall ist der
Auslöser der Tom-Hanks-Film "That Thing You
Do". Im diesem Musikfilm werden authentische
Instrumente der 50er Jahre verwendet, und natürlich
kommt eine Les Paul Junior mit einem Pickup vor. Dieses
Instrument ist schon seit einiger Zeit nicht mehr im
Serienprogramm erhältlich, und so hat sich der deutsche
Gibson-Vertrieb 40 solcher Gitarren fertigen lassen.
Außerdem ist ein Custom-Shop-Modell mit einer speziellen
Perlmutteinlage am 12. Bund erhältlich
Als die erste Les Paul
Junior Mitte 1954 das Licht der Welt erblickte, hatte
Gibson junge, weniger finanzstarke Gitarristen bzw.
Einsteiger als Zielgruppe im Auge, schließlich war
dieses Modell das schlichteste und preisgünstigste der
Les-Paul-Reihe. Bis auf ein paar Details hat sich an der
Gitarre nichts verändert.
konstruktion
Traditionsgemäß besitzt die Les Paul
Junior einen Korpus aus massivem Mahagoni. Ob aus einem
Stück oder aus mehreren Teilen zusammengesetzt, läßt
sich durch die deckende Lackierung und auch im Gegenlicht
nicht erkennen. Ich vermute jedoch einen einteiligen
Body. Apropos Lackierung: Die vorliegende wird von Gibson
als "tobacco sunburst" bezeichnet. Rückseite,
Zargen, ein Teil der Korpusdecke sowie Hals und
Kopfplatte sind deckend schwarz lackiert, den Farbton der
Decke hat Gibson früher mit "limed mahogany"
oder "TV" bezeichnet. Früher dagegen wurden
Lackierungen so bezeichnet, deren Rückseite und Zargen
transparent braun, die Decke dagegen gelb lackiert waren.
Dieses Finish gibt es auch heute noch und nennt sich nun
"Vintage sunburst". Diese beiden
unterschiedlichen Lackierungen werden je nach optischer
Qualität des Holzes eingesetzt; viel Maserung, dann
Vintage Sunburst, wenig Maserung, dann Tobacco Sunburst.
...
resümee
Die Les Paul Junior ist eine kompromißlose, straighte
und solide Arbeitsgitarre ohne Schnörkel und Firlefanz;
ein Gerät für den ehrlichen Handwerker mit Hang zum
Understatement. Ihre klanglichen Qualitäten werden
angesichts ihres schlichten Äußeren leider allzu oft
unterschätzt.
Leider ist der
Verkaufspreis eines limitierten Instrumentes doch um
einiges höher als der eines Serieninstruments, welches
in großen Stückzahlen gefertigt wird, und liegt in der
gleichen Größenordnung wie der einer original Les Paul
Junior aus den 50er Jahren.
Das Custom-Shop-Instrument
ist übrigens mit ca. DM 4450, inkl. Koffer das zur
Zeit preiswerteste Custom-Shop-Modell.
Ü b e r s i c
h t
Fabrikat:
Gibson
Modell: Les Paul Junior Limited
Edition
Herkunftsland: USA
Typ: Solidbody E-Gitarre
Mensur: 628 (mm)
Hals: Mahagoni, einteilig,
eingeleimt, Palisandergriffbrett, 22 Jumbo-Bünde
Halsform: D, rund
Halsbreite: Sattel: 43,00; XII.
Bund: 52,40 (mm)
Halsdicke: I. Bund: 20,35; V.
Bund: 21,40; XII. Bund: 22,90 (mm)
Korpus: Mahagoni
Oberflächen: Tobacco Sunburst
(Herstellerangabe), hochglänzend poliert
Tonabnehmer: 1´ Gibson P-90
Singlecoil
Bedienfeld: 1´ Volume, 1´
Tone
Steg/Vibratosystem: Stud
Bridge/Tailpiece (Wrap Around Tailpiece)
Hardware: verchromt
Mechaniken: Vintage
Kluson-Kopien, geschlossen, 15:1
Saitenlage: E-1st: 1,9; E-6th:
2,1 (mm)
Gewicht: 3,35 (kg)
Preis: ca. DM 2550, inkl.
Gigbag
Michael
Dommers
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