Godin LGT

Godin LGT

Godin ist einer der wenigen Hersteller, die abseits von den gängigen Mainstreamgitarren ihre eigenen Instrumente kreieren und auf den Markt bringen – mit zunehmendem Erfolg.

Dabei vertraut Godin auf seine eigenen entworfenen Designs, verschont uns also von der 1000sten Strat- oder Paulakopie. Auf der Messe angekündigt und nun endlich im Test ist die Ablösung der G-Serie, die neue LGT.

konstruktion
Die LGT soll Gitarristen ansprechen, die ein leichtes Instrument haben wollen. Daher wurde als Korpusholz Light Maple verwendet, das wie der Name schon sagt, sich durch geringeres Gewicht auszeichnet – auch als Big Leaf Maple bekannt. Außerdem ist die Zargenhöhe ca. einen halben Zentimeter geringer als bei herkömmlichen Strats. Die LGT bringt es durch diese Konstruktionsform auf ein Gesamtgewicht von ca. 2,9 Kilo und darf deshalb in der Kategorie Fliegengewicht antreten. Das Korpusshaping entspricht einer Mischung aus Les Paul und Telecaster. Überzogen mit einer einwandfreien cremefarbenen Polyesterlackierung macht die LGT einen sehr zierlichen Eindruck. Weitere Farboptionen sind rot, blau, schwarz und aqua (wäßriges marineblau). Auf das dezente dreischichtige Perloid-Schlagbrett ist die komplette Elektronik befestigt. Diese besteht aus zwei Singlecoils in Hals- und Mittelposition und einem Humbucker am Steg. Die Pickups mit der Aufschrift Godin sind "Made in Germany" und stammen aus dem Hause Schaller, das auch die Hardware dazu liefert. Die Schaltung besteht aus Mastervolume und Tone. Das Pickguard läßt sich nach Entfernen der Schrauben, ohne die Saiten zu lockern, lösen und abnehmen. Zum Vorschein kommt ein großzügig ausgefrästes Elektrikfach, sauber verarbeitet. Auf Abschirmlack wurde leider verzichtet.

Der Hals ist mittels einer Vierpunktverschraubung ohne Konterplatte am Korpus befestigt, der sich an dieser Stelle in Richtung unteres Cutaway verjüngt. Der Hals selber besteht aus Honduras-Mahagoni, und ist mit einem Palisandergriffbrett versehen. Die Halsrückseite ist nicht lackiert sondern geölt.

Die LGT hat eine Les-Paul-Mensur (628 mm) und ist mit 24 Medium-Bünden bestückt. Die Kopfplatte hat das neue Godin-Shaping erhalten, das auch schon der LGX verpaßt wurde. Hier finden sich die sechs gekapselten Klemmechaniken von Schaller wieder, die in 3L/3R Manier angeordnet sind. Die vergoldeten Maschinen haben geschmackvolle schwarze Flügelmuttern. Auf eine Abdeckung des Trussrodzugangs wurde verzichtet.

Die LGT ist mit einem Schaller Trem 2000 bestückt. Dies ist ein überarbeitetes Vintage-Vibrato, das nach dem Messerkantenprinzip auf zwei Achsen ruht. Die sechs Saitenreiter sind kleine Rollen, sie sind zweidimensional höhen- und längseinstellbar (Oktavreinheit). Für eine maximale Nutzung ist das System schwebend unterfräst eingesetzt, und mit drei Federn unter Spannung gebracht. Der Vibratohebel wird elegant mit einer Überwurfmutter befestigt.

praxis
Dann nehmen wir das Baby mal in die Hand. Nach ein paar angespielten Akkorden wird klar, wie gut die Gitarre resoniert. Der ganze Body schwingt gut fühlbar mit und zeugt somit von exzellenter Ansprache. Durch den Ahorn bedingt ist der Klang von klarer, fast linearer Struktur, und erhält durch den Mahagoni-Hals noch ein paar Pfund stramme Bässe. Das Handling ist äußerst angenehm und wird durch den ergonomisch geformten Body unterstützt. Dazu gesellt sich als weiterer angenehmer Faktor das geringe Gesamtgewicht. Obwohl der Hals im Verhältnis schwerer ist als der Korpus, hängt die Gitarre optimal ausgelotet, bedingt durch die günstige Gurtpinpositionierung ohne eine Andeutung von Kopflastigkeit am Körper. ...

Martin Kursawe

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In unserem „Classic"-Zeitalter sind nicht nur die klobigen Ampeg-Bassanlagen wieder aktuell, sondern auch bestimmte Instrumenten-Klassiker gefragter denn je. Zwar ist der Music Man Sting Ray eigentlich nie aus der Mode gekommen, seine volle Blüte und die größte Verbreitung genießt dieser tolle Bass aber erst viele Jahre nach seiner Schöpfung.

Und die amerikanische Herstellerfirma Ernie Ball, die für den späten Erfolg des Klassikers verantwortlich ist, versteht es gut, das ausgereifte Instrument im Rennen zu halten. Aktuell zur Musikmesse bringt sie exklusiv über die MM-Händler in Deutschland und Österreich eine auf 50 Bässe limitierte Sonderauflage des Sting Ray, die „Red Hot Edition" heraus. Das wie ein besonders dunkler Grillapfel schimmernde Instrument mit weißem Perloid-Schlagbrett ist wirklich ein Leckerbissen und wird im hochwertigen MM-Kunststoffcase geliefert. Wer sich beim Kauf seines Traum-Sting-Ray finanziell verausgabt hat, braucht freilich auch bei einem kalten Sommer nicht zu frieren. Zum Bass gehören nämlich Sweatshirt und Baseballkappe mit Ernie-Ball-Aufdruck, ferner ein Ernie-Ball-Zippo-Feuerzeug und ein Ernie-Ball-Gurt...

resümee
Auch ohne Goldteile, gekapselte Tuner, elektronisches Pipapo und mehrfarbige Holzkompositionen ist dieser Sting Ray ein absoluter Edelbass. Eine relativ schlichte Konstruktion aus hochwertigen Hölzern in perfekter Verarbeitung, solide Hardware und die bislang unkopierte Elektronik-Ausstattung reichen dem Music Man für seine charaktervolle Klanggüte. Dieser zählebige „Oldie" braucht keinen Vergleich zu scheuen – wie es scheint, bleibt dieser Bass ewig zeitgemäß. Und die besonders schöne Red-Hot-Ausführung reizt wirklich zum Zugreifen.

Ü B E R S I C H T

Fabrikat: Music Man
Modell:
Sting Ray 1997 Red Hot Edition
Gerätetyp:
viersaitiger E-Bass mit Massivkorpus
Herkunftsland:
USA
Mensur:
864 mm, Longscale
Hals:
aufgeschraubt; einstreifig Ahorn mit Ahorn-Griffbrett, 21 Jumbo-Bünde
Halsbreite:
Sattel: 42,5; XII. Bund: 56,5 (mm)
Saitenabstände Steg:
19 mm
Korpus:
Esche
Oberflächen:
Korpus hochglänzend lackiert, Hals matt versiegelt
Tonabnehmer:
passiv; MM-Humbucker
Elektronik:
aktiv; Zweiband-EQ
Bedienfeld:
Volumen, Höhen, Bässe
Batterie:
1´ 9 Volt
Ruhestrom:
0,04 mA
Mechaniken:
verchromt; offene Stimmechaniken, Flachsteg mit Stahl-Saitenreitern, konventionelle Gurthalter
Gewicht:
ca. 4,0 (kg)
Preis:
ca. DM 3220,– inkl. Case und diverser Beigaben

Dirk Groll

Hintergründe, Fakten, Details & genaue Beurteilung in Gitarre & Bass 5/97!

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