![]() |
"I Hope My Leg Wont Break Walking On The Moon" schallt es durch die Geräuschkulisse der Fußgängerzone. Zwischen all der hektischen Betriebsamkeit, rund um Kaufhäuser, Boutiquen, Gemüsestände und Imbißbuden, dringen unverkennbar die vertrauten Klänge des Police-Klassikers durch das Heer der potentiellen Kundschaft. Ein paar Meter weiter dann die Quelle des Kontrastprogramms zum Konsumrausch: umringt von Schaulustigen spielt dort ein junger Mann, besser gesagt eine One-Man-Band. Der Stick machts eben möglich. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit zitiert Michael Gosh vor staunenden Passanten die Baßlinien Stings und setzt gleichzeitig Andy Summers effektvolle Gitarrenakkorde dagegen. Die Coverversion ist geschmackvoll, der Sound stimmt, selbst seine Stimme hat ein bißchen von der Schärfe Gordon Sumners. Etwa 50 Leute bestaunen in der Folgezeit ungewöhnliche Klangerlebnisse von The Police über die Beatles und den Talking Heads bis hin zu David Bowie. Nach zwölf Jahren ist Michael Gosh ein Virtuose auf dem Stick, jenem zehnsaitigen Zwitter zwischen Gitarre und Bass, jenem Hals ohne Korpus, jenem geheimnisumwobenen Master-Instrument der Big Names wie Trey Gunn, Tony Levin oder Marco Cerletti. Musiker wie Alphonso Johnson, John Mahoney, Paul Edwards und Don Travel gehörten zu den Pionieren auf dem Stick. Es ist also Zeit für ein Porträt über das ungewöhnliche Brett am Beispiel eines der interessantesten deutschen Vertreter in Sachen virtuoser Schizophrenie: Michael Gosh... Das ausführliche Interview von Stefan Wach kann man in Gitarre & Bass 6/97 nachlesen. |