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Gary Moore hat eine neue Platte aufgenommen... Gary Moore hat eine neue Platte aufgenommen und die Überraschung ist gelungen. Hieß es nach ersten Verlautbarungen der Plattenfirma, Moore wäre zum Hardrock zurückgekehrt, ist beim Durchhören der drei für die Medien freigegebenen Songs davon wenig zu bemerken. Aber nach Blues im engeren Sinne klingt die Musik auch nicht mehr. Was ist passiert? Rückblick: Die Karriere des Gitarristen und Sängers Gary Moore (* 04. April 1952) begann Anfang der Siebziger; die erste nennenswerte Station des irischen Musikers hieß Skid Row. 1973 erschien ein Solo-Album unter dem Titel ,Grinding Stone. Ein Jahr später schloß sich Moore Thin Lizzy an, 1975 wechselte er zu Colosseum II, und 1977 stieg er dann wieder bei Thin Lizzy ein, wo er das Album ,Black Rose (A Rock Legend) mit einspielte. Seither veröffentlichte er hauptsächlich unter eigenem Namen diverse Soloalben, auf denen er sich einen Ruf als einer der virtuosesten Rock-Gitarristen erwarb. Stilistisch bewegte sich Moore im Hardrock-Terrain, wobei er schon immer einen Sinn für schmachtvolle Balladen besaß. Zu den größten Hits aus der jener Phase gehören ,Empty Rooms und seine Version von ,Friday On My Mind. 1990 erschien dann das Wende-Album ,Still Got The Blues, und Gary Moore frönte fortan dem Blues. Nach einem weiteren Studio-Album, einer Live-Platte und einer Compilation, gab es zuletzt mit ,Blues For Greeny ein Tribut-Album an Peter Green, die vorläufig letzte Platte in diesem Genre. Zwischenzeitlich entstand zusammen mit Jack Bruce und Ginger Baker das Album ,Around The Next Dream, das BBM-Projekt hielt aber auch nicht besonders lange. (Weitere Informationen zu Gary Moore befinden sich in den G&B-Ausgaben 4/86, 12/91 und 7/95.) Zurück in die Gegenwart. Die Produktion des neuen Albums ,Dark Days In Paradise begann bereits im September 95. Bei den Aufnahmen mit dabei war Pink-Floyd-Tour-Bassist Guy Pratt, Schlagzeuger Gary Husband spielte bereits die wenigen neuen Stücke auf Moores ,Ballads & Blues-Album mit ein. Für das Programming waren Magnus Fiennes und Phil Nicolas verantwortlich. Chris Tsangarides hat die erste Hälfte des Albums produziert, Andy Bradfield (Everything But The Girl) war Co-Produzent der übrigen Songs. Angesteckt von den musikalischen Entwicklungen der letzten Zeit ist Moores neues Album ziemlich abwechslungsreich, geradezu zeitgemäß ausgefallen. Die besten Beispiele hierfür sind der frische (BritPop-)Rocker ,One Fine Day, und das mit Jungle-Beats unterlegte ,Always There For You. Recht schräg klingt für Moore-Verhältnisse ,Afraid Of Tomorrow; der Midtempo-Schmachtfetzen ,Where Did We Go Wrong? hingegen klingt wieder typisch(er). Zu den gelungensten Tracks der Platte gehört das zehnminütige ,Business As Usual, diesmal im konventionellen ternären Beat. Gesamteindruck: Eines wird auf jeden Fall klar, oder besser gesagt wieder einmal bestätigt: Gary Moore besitzt immer noch einen einzigartigen Gitarrenstil, wenngleich dies bei den Aufnahmen nicht im Vordergrund stand, denn ,Dark Days In Paradise ist alles andere als ein Gitarren-Album. Gary Moore geht mit der Zeit und das auf seine eigene Art. Die Songs sind überwiegend ruhiger Natur und werden des öfteren mit vielen Streichern unterlegt. Am auffälligsten ist, berücksichtigt man Moores frühere Alben, das Arbeiten mit angesagten Drum-Grooves und -Beats, von Dancefloor bis Jungle. Kommen wir zum Interview. Mit langen Haaren und im silbernen Samthemd sitzt Gary Moore auf dem Sofa eines Londoner Hotelzimmers. Sichtlich vergnügt und selbstbewußt erzählt er über sein neues Album und ist zum Scherzen aufgelegt. Also, Gary, zur Sache! Wieso, weshalb, warum? Und wie hast dus diesmal gemacht... ...im Studio? Gary: Die anfänglichen Aufnahmen haben wir konventionell live eingespielt. Die ersten Songs, die wir spielten, waren ... Arnd Müller Mehr dazu in G&B 6/97. Jetzt am Kiosk! |