Vox AC15

Vox AC15

Schon 1958, ein Jahr vor dem Erscheinen des Klassikers AC30, brachte die englische Firma Jennings Musical Instruments, bekannter unter dem Namen Vox, den AC15 auf den Markt. Ursprünglich war dieser mit einem Normal- und einem separaten Tremolo-Kanal ausgestattet.

Die nach langer Zeit wieder ins Programm aufgenommene aktualisierte Version basiert auf dem 1960er AC30 Top Boost. Daß Vox-Amps heute unter der Obhut von Jim Marshall hergestellt werden, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.

konstruktion

Die exakte Typenbezeichnung des aktuellen Modells lautet AC15 TBX (Top Boost Reverb mit 1´ 12" Alnico Blue-Speaker). Den recht deftigen Preis darf man zum einen dem deutlich angezogenen Englischen Pfund, zum andern dem mit einem Alnico-Magneten bestückten, blau lackierten 12-Zöller in die Schuhe schieben. Alternativ zum Top-Modell sind jedoch auch preisgünstigere Versionen mit 1´ 12" bzw. 2´ 10" Bulldog-Speakern (by Eminence) lieferbar. Unser "Kleiner" bietet pure Röhrentechnologie in Class-A-Manier und sogar eine nur noch selten anzutreffende Gleichrichterröhre. Während sich der Vintage-Purist mit einem einzigen Kanal und 2-Band-Klangreglung "begnügen" muß, darf er sich dafür um so mehr an Master-Volume-Regler, großem röhrenbetriebenen Accutronics-Federhall und Tremolo-Effekt (Lautstärkemodulation) erfreuen. Ein Line-Ausgang, dessen unkorrigiertes Signal hinter dem Master Volume abgezapft wird und somit auch die Tremolo- und Hall-Effekte überträgt, ermöglicht den Anschluß an Recording-, PA- und Effekt-Equipment.

Das robuste Gehäuse aus 18 mm Sperrholz wird auf der Rückseite durch zwei 9 mm dicke, hoch verdichtete Spanplatten (MDF) stabilisiert. Die obere deckt das Verstärkerteil ab, die untere sorgt für Stauraum. Ganz in der Tradition der Vox-Amps hat man das Kunstleder-bezogene Gehäuse rundherum mit goldfarbenen Kunststoffeinlagen verziert und die Front entsprechend gestaltet. Das große Accutronics-System ist auf dem Gehäuseboden stoßgedämpft montiert, die Send- und Return-Kabel beidseitig mittels Cinch-Steckern angeschlossen. Der Lautsprecher wird durch Einschlagmuttern und Gewindeschrauben gehalten, sein Anschluß belegt den einzigen Speaker-Ausgang. Um ans Eingemachte zu gelangen, muß nur das obere rückseitige Brett entfernt werden (vier Schrauben). Hier zeigen sich eine solide Konstruktion, tadellose Verarbeitung und übersichtliche Anordnung der Bauteile. Drei Platinen hat man mit Hilfe von Abstandhaltern bzw. der Verschraubungen von Potis und Buchsen ordentlich befestigt, die Kabel zu Bäumen zusammengebunden. Wo erforderlich, beugt Silikon mechanischen Belastungen vor. Die fünf Vorstufenröhren ragen nur etwa zwei cm aus ihren gummiumrandeten Bohrungen heraus, sind also optimal arretiert. Die übrigen drei werden durch gefederte Halterungen gesichert. Da alle Röhren zur Frontseite hin aus dem Amp-Chassis herausragen, muß zum Wechseln das Stahlblechchassis ausgebaut werden. Tadel: Die Hauptnetzsicherung ist nicht von außen zugänglich...

Den kompletten Testbericht von Michael Dommers gibt’s in G&B 6/97. Jetzt am Kiosk!

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