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Ach, ist das Leben schön! Als Mitarbeiter einer Gitarrenzeitung steht mein Zimmer immer voll mit Testinstrumenten und im Moment meint die Redaktion es recht gut mit mir: links die beiden Collectors Modelle von Ovation, da hinten die Taylor-Gitarre aus dem letzen Heft und vor mir die beiden James-Goodall-Instrumente, von denen ich schon so viel gehört, aber noch nie eine in der Hand hatte. Zu meinem restlosen Glück fehlt nur noch der Redaktionsauftrag, bei James Goodall einmal selbst vorbeizuschauen und einen Bericht über seine kleine Firma machen zu dürfen denn James Goodall wohnt in Kailua-Kona, Hawaii! Aber vielleicht kommt der Auftrag ja noch? Goodall-Instrumente sind neu in Deutschland. Deshalb wollen wir hier ein paar grundsätzliche Worte über James und seine Firma verlieren, und ihn ein wenig näher kennenlernen. Mr. Goodall ist ein vielseitig begabter Mensch. Er fertigt nicht nur Gitarren an, sondern hat auch Barock-Oboen, Englisch-Hörner, Dulcimer und Querflöten gespielt und gebaut. Und ein Künstler mit dem Pinsel ist er auch: Um 1972 das Material für seine erste Gitarre zu bekommen, verkaufte er eins seiner See-Bilder. Dieses Kunstwerk mußte ihm einiges eingebracht haben, denn er baute gleich eine Jumbo-Gitarre aus teurem Wolkenahorn. Viel Unterstützung erhielt James beim Bau seiner ersten Gitarre von einem örtlichen Musikladen namens American Dream Guitars, dessen Mitarbeiter Bob Taylor und Kurt Listug ihn später kauften und in Taylor Guitars umbenannten. Goodall, der außer beim Bauen einiger Surfbretter (was sonst auch?) in der Schule keine großen handwerklichen Erfahrungen mitbrachte, hatte mit seiner ersten Gitarre so großen Erfolg, daß er sich bald entscheiden mußte, ob er Maler bleibt oder Gitarrenbauer wird. 1978 malte James dann sein letztes Bild, und die Gitarrenproduktion kam in Schwung. 1992, nach einem 8jährigen Zwischenstop im kalifornischen Mendocino, zog er nach Kailua-Kona auf Hawaii, wo er nun mit fünf Angestellten pro Woche fünf Instrumente fertigt. Daß Goodall nicht irgendein anderer amerikanischer Gitarrenbauer ist, zeigt nicht nur seine Geschichte, deren Facettenreichtum wir hier natürlich nur anreißen können, sondern auch seine Gitarren, die weit davon entfernt sind, bloße Kopien von bekannten Modellen zu sein. konstruktion Heinz Rebellius Aha. Mehr zum Thema erfährt man in Gitarre & Bass 07/97 ab dem 13. Juni im Zeitschriftenhandel! |