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Rocktron Velocity VT60

Schon eine halbe Ewigkeit stellt Rocktron neben Effektgeräten und allerlei Rack-Zubehör auch Vorstufen, Endstufen und Lautsprecherboxen für Gitarren her. Da wundert es mich, daß man so lange auf einen Combo-Amp warten mußte.

Jetzt ist er endlich da, und wie immer hat der amerikanische Hersteller ein paar Bonbons hineingepackt, die in der Regel nicht zur Standardausstattung von Combos zählen.

konstruktion
Man nehme ein bißchen vom Piranha-Preamp, eine halbe Velocity-120-Endstufe und die Bestückung der Velocity S-112-Box ...Ganz so einfach hat es sich Rocktron sicherlich nicht gemacht, aber grundsätzlich trifft die Rezeptur schon zu. Warum sollte man auch nicht auf bewährte Teile zurückgreifen?

Der Combo basiert auf Hybrid-Technologie, demnach sind sowohl Röhren als auch Transistoren für die Klangerzeugung verantwortlich. Zwei Kanäle stehen zur Verfügung, jeweils mit aktiver 3-Band-Klangreglung (±15 dB). Der EQ des Distortion-Kanals bietet durchstimmbare Mitten (350 Hz – 6 kHz). Lassen wir die Katze aus dem Sack und kommen zu den Besonderheiten des Amps. Da wäre zunächst die bordeigene Hush-Noise-Reduction mit V.I.R.-Schaltkreis (Variable Integrated Release, signalabhängige Steuerung der Ausklingdauer). Was, Rauschunterdrückung gleich mit eingebaut?! Sehr verdächtig! Nix da, diese vorbeugende Maßnahme soll vor allem rauschfreundliche Vintage- oder Retro-Effekte in die Schranken weisen. Allerdings ist das HUSH ausschließlich dem Distortion-Kanal vorbehalten. Anstelle eines Federhalls hat man dem Combo eine manuell und per Fuß schaltbare serielle FX Loop spendiert. Ein Volume-Pedal-Anschluß, der im Signalweg zwischen Loop-Return und (Master-)Volume angeordnet ist, erlaubt die Kontrolle der Gesamtlautstärke.

Der VT60 kommt im robusten Preßspangehäuse mit separater geschlossener Lautsprecherkammer. Eine Baßreflexöffnung sorgt für Unterstützung im unteren Frequenzbereich.

Die schräg nach oben eingesetzte Schallwand wie auch die Auflageleisten des verschraubten Schutzgitters hat man zur Vermeidung von Vibrationsgeräuschen mit Teppichboden-ähnlichem Filz bezogen. Der 12"-Eminence-Speaker ist mit vier Schrauben und Einschlagmuttern von vorne montiert. Komplettiert wird das Holzgehäuse durch strapazierfähiges Kunstleder, acht verschraubte Stahlecken, vier große Gummifüße und einen Tragegriff.

Das oben und seitlich offene Amp-Chassis aus 1,6 mm Alublech ist mit der Gehäusedecke verschraubt. Im Innern trifft man auf vorbildliche Verarbeitung und übersichtliche Anordnung der Bauteile. Einzelne Kabel finden Kontakt über Steckverbindungen, ein großer Ringkerntrafo sorgt für brummfreien Betrieb, sämtliche Anschlußbuchsen und Potis sind mit dem Chassis verschraubt. Die von außen zugängliche Hauptnetzsicherung ist nebst Ersatz in die Euro-Buchse des Netzkabels integriert.

Bedienelemente: Die Frontplatte bietet ausreichende Übersicht, da die Bezeichnungen oberhalb der großen Reglerknöpfe aufgedruckt sind. Die Potis laufen sahnig weich, sämtliche Klangregler rasten in Mittelstellung ein. Neben dem Netzschalter steht die manuelle Kanalwahl, darunter der Loop-On/Off-Schalter mit Status-LED zur Verfügung. Der Clean-Channel ist mit den Reglern Bass, Mid, Treble und Level ausgestattet, sein Gegenüber mit Bass, Mid, Mid Frequency, Treble, Gain und Level. Zwei rote LEDs zeigen den Betrieb der Kanäle an. Der HUSH-Regler bestimmt die Einsatzschwelle der Noise Reduction (-70 bis 0 dB), Volume die Gesamtlautstärke. Ganz rechts findet man den einzigen Instrumenteneingang. Blieben noch einige Anschlüsse auf der Rückseite: Loop-Send, Loop-Return, Footswitch (Channel-Select/Loop-On/Off, Stereoklinke), Volume Pedal (Stereoklinke) und Netzbuchse. Anschluß für Zusatzlautsprecher? Fehlanzeige.

praxis
Der Clean-Kanal liefert glasklare, frische und lebendige Sounds und reagiert sensibel auf jede Nuance von Anschlagintensität und Spieltechnik...

Undsoweiterundsoweiter. Mehr über diesen interessanten Amp erfährt man in Gitarre & Bass 07/97 – ab dem 13. Juni im Zeitschriftenhandel!

Michael Dommers

 

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