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Zehn Jahre und einige Solo-Projekte lang ist die amerikanische Gitarristin nun schon mit Michael Jackson live unterwegs. Daß dieser spektakuläre Job so gut wie gar nichts über die immensen musikalischen Qualitäten der 37jährigen Künstlerin aussagt, geschweige denn ein Forum dafür sein kann, wurde auch bei der diesjährigen Tour mal wieder klar. Jennifer B. hat nämlich mehr zu bieten als zwei oder drei zwanzig Sekunden dauernde Lead-Spots in einer zweistündigen Show. 1992 erschien Jennifers Solo-Debüt, ,Above Below And Beyond ein überwiegend instrumentales Meister- wie Feuerwerk mit ausgeprägtem Unterhaltungscharakter das auch für Nicht-Gitarristen. Denn, seien wir doch mal ehrlich: Jedes Album der Marke Gitarristen spielen für Gitarristen", ja fast sogar jedes Solisten-Album, sei es nun vom inzwischen wiederbelebten Hendrix der katholischen Landjugend, dem Strat-Minimalisten Ricky King, oder von Vai oder Satriani oder Johnson, hat in der ein oder anderen Komposition Gähn-Potential. Das wird dann im günstigsten Fall nur, vorausgesetzt man ist vom Fach, von der technisch-virtuosen Interpretation in den Hintergrund gedrängt. Jennifer Battens erstes Album ist dagegen eine sehr vielseitige Angelegenheit, die Rock, Jazz, Klassik, Ethno, Ironie, Intelligenz und Hypervirtuosität gekonnt miteinander kombiniert und das mit durchgehend sehr gutem Sound, trotz Garagen-Produktion. Neben ihren Tour-Aktivitäten für Jackson gab es noch ein paar Episoden in Jennifers Karriere, u. a. das Rock-Band-Projekt The Immigrants", eine Gast-Nummer auf Carmine Appices Konzept-Album Guitar Zeus", sechs Songs auf ,Einstein Was A Bullfighter, dem ersten Werk von Doc Tahri" (der Band von Ex-P.I.L.-Bassist Bret Helm) und dann war es auch mal wieder Zeit für ein eigenes Ding: Jennifer Battens Tribal Rage" heißt ihre neue Formation, zu der Bassist Ricky Wolking (er spielte mit Gary Hoey, Tony MacAlpine, Darren Housholder) und Drummer Glen Sobel (MacAlpine, Saga, Impelliterri) gehören beide spielten vorher auch schon mit The Immigrants. ,Momentum heißt das gerade erschienene Album, und es verbindet in interessanter Weise exotische Sounds aus verschiedenen Kulturen (afrikanische Perkussion, schottische Dudelsäcke, australisches Didjeridoo etc.) mit einem modernen Gitarren-Trio, das keine konkrete stilistische Einschränkungen kennt. It sounds like a rich and moody journey around the planet", ist im Info zum Album zu lesen. OK, aber Gitarren-Fans mit Ethno-Allergien müssen jetzt nicht zurück ins Haus, denn hier wurde sehr dezent mit den genannten Zutaten umgegangen. Wenn man das Programm vorher nicht kennt, quittiert man das ein oder andere Sample oder die Trommel-Überleitungen zwischen den einzelnen Stücken eher mit Gute Idee!", als mit der Assoziation von entsprechenden Weltmusik-Konzepten. Jennifer Battens Gitarre steht also weiterhin im Mittelpunkt des Geschehens. Das komplette Interview von Lothar Trampert erscheint in der August-Ausgabe von Gitarre & Bass. Ab Freitag, 11. Juli am Kiosk! |