  |

Mit der Junior
Paul Custom hat nun auch Jackson eine Paula im Programm.
Im Gegensatz zu den etwas schlichteren Serienmodellen
wurde unsere Testgitarre, wie schon angesichts des
Preises zu vermuten ist, im hauseigenen Custom Shop
gefertigt. Also kein Teil von der Stange, sondern eher
was für betuchte Kunden mit gehobenen Ansprüchen...
konstruktion
Welcher
Klassiker für dieses Gitarrenmodell Pate gestanden hat,
steht außer Frage. Im Vergleich zum Original ist der
JJP-Body jedoch deutlich kleiner, schmaler und dünner
ausgefallen. Auch auf die obligatorische Ahorndecke hat
Jackson verzichtet. Der Korpus, dessen eingefaßte Decke
eine starke Wölbung aufweist, besteht aus zwei massiven
Hälften sehr fein und gleichmäßig gemasertem Mahagoni.
Die Nahtstelle ist nur mit geübtem Auge zu erkennen.
Makellos und spiegelglatt poliert präsentiert sich die
Cherry-Sunburst-Lackierung. Alternativ stehen die Farben
Tobacco Sunburst und Schwarz zur Auswahl. An der Zarge
mißt der Body 35 mm, dreizehn weniger als beim Original.
Das kleine rückseitige Elektrikfach ist mit einer
bündig abschließenden schwarzen Aluplatte abgedeckt.
Wie bei den Ausfräsungen der Humbucker hat man seine
Innenflächen mit elektrisch leitendem Lack überzogen,
der Massekontakt besitzt. Auf optimale Abschirmung wurde
Humbucker hin, Humbucker her offensichtlich
höchsten Wert gelegt. Als Brücke hat Jackson eine Gotoh
Tunamatic mit gesicherten Justierschrauben und größerem
Oktav-Einstellbereich installiert. Die Klinkenbuchse
findet man auf einem ovalen Montageblech an der unteren
Zargenrundung. Große, mit Filz unterlegte Knöpfe bieten
dem Gurt sicheren Halt.
Verwunderlich ist schon,
daß eine Paula dieses (Preis-)Kalibers mit einem
verschraubten Hals aufwartet. Die Korpusausfräsung zeigt
sich dermaßen paßgenau, daß sich der nach hinten
geneigte Hals selbst mit größerer Gewalt nicht aus
seiner Position bewegen läßt. Klasse! Um den Übergang
zumindest halbwegs komfortabel zu gestalten, hat man die
Auflage für die Konterplatte schräg gefräst. Der Hals
selbst besteht aus Mahagoni, die Kopfplatte wurde in
Höhe des zweiten Bunds angesetzt.
Das eingefaßte
Palisandergriffbrett bietet 22 Juíbobünden (2,90 ´ 1,25
mm) Platz, allesamt rund abgerichtet und poliert, die
Enden komfortabel gerundet. Große Block-Inlays aus
Perlmutt, auffallend präzise eingelegt, und kleine
schwarze Punkte im Binding dienen als Markierungen. Den
aus gleitfähigem Kunststoff gefertigten Sattel hat man
optimal aus- und abgerichtet. Der Halsjustierstab ist
problemlos zugänglich und wird von einer trapezförmigen
Kunststoffplatte abgedeckt. Sechs gekapselte
Gotoh-Custom-Minimechaniken ermöglichen exaktes Stimmen.
Die beiden
DiMarzio-Humbucker, ein DP-100 in der Steg- und ein
DP-151 in der Halsposition, besitzen gewachste Spulen und
ruhen höhenjustierbar in ihren cremefarbenen Rähmchen.
Bei der Schaltung kann ich mich kurz fassen:
Dreiwegschalter und Volume-Poti thats it!
Man beachte die unkonventionelle Position des PU-Switch.
praxis
Wer auf
massige, fette Hälse mit rundem D-Profil steht, kommt
bei der Junior Paul voll auf seine Kosten. Eine gewisse
Eingewöhnungsphase sollte man schon einkalkulieren,
wenngleich der Hals angenehm in der Hand liegt. Die
exzellente Verarbeitung der Übergang von
Halsrücken zum Binding ist spiegelglatt poliert und
somit nicht fühlbar und die perfekte Bearbeitung
der Bunddrähte bieten allerhöchsten Spielkomfort. Zu
diesem tragen jedoch auch noch andere, nicht zu
unterschätzende Faktoren bei. So bieten z. B. die rund
abgerichteten und polierten Bünde den Saiten definierte
Auflagepunkte, was in Verbindung mit dem erstklassigen
Klangholz nicht nur der Schwingungs- und Tonentfaltung,
sondern auch der Ansprache und dem Sustain zugute kommt.
Beste Voraussetzungen also für sensible Umsetzung
dynamischer, ausdrucksstarker Spielweise und langsam und
kontinuierlich ausklingendes Sustain. Man sieht,
Spielkomfort hat nicht nur was mit schlanken Hälsen,
Bundprofil, Griffbrettwölbung, Saitenlage, Gewicht usw.
zu tun. Die Schwingungs- und Klangeigenschaften eines
Instruments tragen nämlich einen gehörigen Teil dazu
bei, daß es sich, wie hier, quasi wie von selbst spielt.
Verantwortlich für das relativ geringe Gewicht der
Jackson-Paula ist in erster Linie der kleine Korpus.
Dennoch zeigt sich die Gitarre trotz des kräftigen
Halses optimal ausbalanciert.
Unverstärkt liefert die
JJP ein kraftvolles, ausgeglichenes Klangbild, dem das
verwendete Mahagoni eine angenehme Wärme verleiht. Hinzu
kommen ein Schuß wohldosierter Brillanz und ein
reichhaltiges Obertonspektrum.
Werfen wir mal den Amp
an...
Ü B
E R S I C H T
- Fabrikat: Jackson
- Modell: JJP
Junior Paul Custom
- Herkunftsland:
USA
- Typ: Solidbody
E-Gitarre
- Mensur: 630 (mm)
- Hals: Mahagoni,
zweiteilig, verschraubt, Palisandergriffbrett, 22
Jumbo-Bünde
- Halsform: D, rund
- Halsbreite:
Sattel: 42,75; XII. Bund: 54,00
(mm)
- Halsdicke: I. Bund:
21,85; V. Bund: 22,40; XII. Bund: 24,25 (mm)
- Korpus: Mahagoni,
zweiteilig
- Oberflächen:
Cherry Sunburst, hochglänzend
poliert
- Tonabnehmer:
DiMarzio-Humbucker, 1´ DP-100
(Steg), 1´ DP-151 (Hals)
- Bedienfeld:
1´ Dreiweg-PU-Switch, 1´ Volume
- Steg/Vibratosystem:
Gotoh GB-100 Tunamatic mit
Stoptail
- Hardware: vergoldet
- Mechaniken:
Gotoh Custom, gekapselt, 16:1
- Saitenlage:
E-1st: 1,6; E-6th: 1,8 (mm)
- Gewicht: 3,70
(kg)
- Preis: ca. DM
4980, inkl. Koffer
Michael
Dommers
Der vollständige
Testbericht erscheint in der August-Ausgabe von Gitarre
& Bass. Und die gibt es schon ab Freitag, den
11. Juli am Kiosk!
|