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Blackmoore's Night

Wer hätte noch vor einigen Jahren geglaubt, daß Rock-Rüpel Ritchie Blackmore, Altmeister der Stratocaster, ein akustisches Album herausbringen würde? Und dazu noch mit Renaissance-Songs?

Doch der auf der ersten Blick ungewöhnlich anmutende Schritt ist bei genauerer Betrachtung von Blackmores Biographie gar nicht so unerklärlich. Schließlich interessiert sich der Ex-Deep-Purple-Gitarrist mit dem Image des Schwarzen Mannes seit langem für mittelalterliche Mythen, hat ein ausgesprochenes Faible für deutsche Burgen, historische Ritterspiele und liebt die Musik von Bach, Beethoven und Haydn. Mit seinem neuen Album ,Shadow Of The Moon hat sich Meister Blackmore nun einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Vom Rock ´n Roll zur Minnemusik.

Nein, Ritchie Blackmore hat keine neue Band. Dafür eine neue Liebe. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Candice Night hat er ein puristisches Akustik-Album mit mittelalterlicher Musik, mal authentisch, mal nachempfunden, eingespielt. Kein Wunder, daß Blackmore angesichts der lang ersehnten Realisierung dieses Projekts bei bester Laune ist. Da wundert sich selbst Ian Anderson, Jethro-Tull-Urgestein und Gaststar auf ,Shadow Of The Moon: „Ritchie hat ja diesen Ruf, angeblich ein wahres Monster zu sein. Immer, wenn ich den Namen Blackmore vor Journalisten erwähnte, bekreuzigten sie sich förmlich. Vielleicht hat Candice den schwarzen Mann bezaubert?"

Wie schon beim letzten Interview in der Eisenacher Wartburg (s. G&B 12/95) residiert Ritchie Blackmore in hochherrschaftlichen Gemäuern, diesmal in Schloß Heiligenstedten bei Itzehoe. Genau das richtige Ambiente für einen Minnemusiker...

G&B: Jetzt hast du das Album fertiggestellt, von dem du mir beim letzten Mal erzählt hast. Dein Traum ist also Wirklichkeit geworden...

Blackmore: Ja, genau. Von diesem Album träume ich seit mehr als zwanzig Jahren. Dabei war es viel entspannender, als ich ursprünglich gedacht habe, weil es ein ganz natürlicher Prozeß war. Ich habe dieses Projekt sehr lange geplant, denn ich wollte nichts falsch machen. Außerdem konnte ich mich nicht einfach von Rainbow verabschieden und ein mittelalterliches Album aufnehmen. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, weil ich mit der Band erst mal ein Jahr Pause mache.

G&B: Kommerziell ist dieses Album sicherlich nicht...

Blackmore: Zur Hölle damit. Wir wissen, daß es unkommerziell ist, auch wenn wir ein paar „moderne" Momente auf dem Album haben, ohne die Stimmung zu ruinieren. Zuerst sollte es ein reines Renaissance-Album werden, doch dann haben wir ein paar Balladen eingebaut, um den Leuten den Einstieg ein bißchen einfacher zu machen. Aber wir versuchen uns völlig aus dem Business-Kram heraus zu halten. Was nicht ganz einfach ist, denn deine Plattenfirma fragt sich natürlich, wie sie das am besten vermarktet. Für sie ist es ein Produkt. Für uns ist es Liebe...

Mehr über Ritchie Blackmore und seine neue Liebe erfährt man im Interview von Stefan Woldach.
Die neue Gitarre & Bass gibt es ab Freitag, 11. Juli am Kiosk!

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