Eitner
Christian Eitner

Vornam
Ingo Vornam


BASS TALK!

Bass Talk! Die neue Serie stellt in den folgenden Monaten interessante Bassisten aus unseren Breiten vor. Es geht um Facts & Informationen, und damit man die Kollegen schön miteinander vergleichen kann, bekommen auch alle immer dieselben Fragen gestellt. In diesem Monat am Start: Die Tiefton-Experten von Jazzkantine & Tic Tac Toe.

Name: Christian Eitner (31)

Band: Jazzkantine

Ausbildung: Musikunterricht, Akkordeon, Gitarre, Bass, Klavier

Einflüsse: Prince, Queen, Van Halen, AC/DC, Abba, Chet Baker, Rush

Discografie: mit Jazzkantine: ,Jazzkantine, ,Heiß und Fettig, ,Frisch Gepreßt‘; mit Dancing Fantasy: ,Midnight Bvld., ,California Grooves, ,Worldwide, ,Moonlight, ,Love Letters; als Produzent: Aleksey ,Aleksey; Cappuccino ,Lautsprecher

CD-Tips: Erykah Badu ,Baduizm, Prefab Sprout ,Andromeda Heights, Nils Landgren ,Paint It Blue, Wu Tang Clan ,Forever

Internet Sites: www.jazzkantine.de

Lebensweisheit: Nur die Liebe zählt.

Equipment: Fender Jazz Bass, Ampeg Classic, Ampeg 8´ 10"-Box

Lieblings-Musikerwitz: Nach wie vor die Kelly Family.

Name: Ingo Vornam (27)

Band: Tic Tac Toe, Firma Angst & Bange, Peter Fischer Band

Ausbildung: Eigenregie

Einflüsse: Mitmusiker

Discografie: mit 58 Bucks ,Are You Sick‘; mit Fa. Angst & Bange ,Homma

CD-Tips: Kann mich nicht entscheiden...

Internet Sites:

Lebensweisheit: Es ist nicht alles Gold was glänzt – und für die Ewigkeit.

Equipment: Music Man Stingray-Bässe, Ampeg SVT Classic Amp, Ampeg SVT 8/10E-Box bzw. 4/10HE

Musikerwitz: Kenn leider keinen originellen... (Gähn. Da muß dann wohl d. Red. eingreifen: Wie kommt man als junger Musiker ganz schnell zu einer Million? Na??? Indem man mit zwei Millionen in den Job einsteigt! Es darf geweint werden.)

G&B: Warum macht ihr Musik?

Christian: Weil mich alles andere nie wirklich interessiert hat...?

Ingo: Obwohl ich mir die Frage auch schon 1000 mal gestellt habe – es macht mir sehr, sehr viel Spaß.

G&B: Wie definiert ihr den Job des Bassisten?

Christian: Im HipHop/Soul/Funk ist er besonders wertvoll, er bildet ein Groove-Kollektiv mit den Drums, deshalb ist er viel wichtiger als man eben so denkt. Und: Weniger spielen ist oft mehr.

Ingo: Der Bassist bringt Musik zum Rollen bzw. „Tanzen".

G&B: Wie seht ihr das heutige Musikgeschäft, speziell aus der Sicht des Bassisten?

Christian: Na klar, der Bass-Job ist mehr auf die Live-Schiene verlagert. Durch MIDI- und Sampling-Technologie ist er im Studio oft nicht so gefragt, was ja nur heißen kann, als Bassist auch darin fit zu sein. Durch meine Doppelrolle als Bass-Mann und Produzent bin ich Brückenbauer zwischen Band und Label. Das Geschäft ist natürlich pervers, oft ist es eine extreme Spaßbremse, aber so ist es nun mal. Deshalb sollte man die Sonnenseiten um so mehr genießen.

Ingo: Ich denke, daß es in Zukunft wirklich nicht mehr ausreicht, „nur" Bass zu spielen – schade eigentlich.

G&B: Wer oder was inspiriert euch musikalisch?

Christian: Live-Konzerte anderer Bands und Urlaub.

Ingo: Meine Mitmusiker.

G&B: Welche Spieltechniken sind euerer Meinung nach wichtig?

Christian: Die, die man können muß, um AC/DC spielen zu können.

Ingo: Keine speziellen, Hauptsache, es ist auf den Punkt gespielt.

G&B: Welchen Stellenwert hat das Equipment?

Christian: Ich bin eher ein konventioneller Basser mit schlichtem Material und habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen.

Ingo: Für mich hat Equipment einen großen Stellenwert, da es meine musikalischen Ideen soundlich umsetzen muß.

G&B: Pflegt ihr Kontakt zu anderen Bassisten?

Ingo: Gelegentlich.

Christian: Nicht mehr oder weniger als zu anderen Gitarristen, Drummern oder Bläsern, die man so auf Tour oder im Studio kennenlernt. Ich mag keine Fachgespräche über Saiten, Bässe, Speaker und habe auch keine Ahnung davon.

G&B: Würdet ihr lieber in Amerika leben und arbeiten, und welchen Anteil hat das Thema Geld dabei?

Christian: Ich war mit meinem New Age Projekt „Dancing Fantasy" viel auf Tour und für Promo in den Staaten und muß in diesem Bereich leider viel vernachlässigen, weil die Kantine ein Full-Time-Job ist. Ich würde gerne jedes Jahr für ein paar Monate nach New York, die einzige Ami-Stadt, die mich wirklich reizt, das aber auch nicht auf Dauer. Superharte Konkurrenz, Scheiß Deals, wenig Gigs.

Ingo: Ich glaube nicht, daß ich gerne dort leben würde, da ich hier, im Moment jedenfalls, genau mit den Leuten Musik mache, die ich schätze.

G&B: Was macht ihr in der Freizeit?

Christian: Freizeit?!?

Ingo: Ich pflege den Kontakt zu meinen Freunden.

G&B: Kocht ihr gerne?

Ingo: Ab und zu – Aufläufe.

Christian: Eigentlich schon. Ich habe zu Weihnachten einen Wok bekommen, das macht Spaß, aber Abwaschen ist doof und Einkaufen auch.

G&B: Welche Frage möchtet ihr gerne mal beantworten?

Christian: Wer hat dir deine erste Gitarre gekauft? Antwort: Meine liebe Mutti.

Ingo: Nervt es dich eigentlich, auf deine Gagen angesprochen zu werden?

G&B: Vielen Dank!

Mathias van Hulst

BassTalk und viele andere Interviews, Tests, News, Workshops, CD-Rezensionen etc. erscheinen in Gitarre & Bass 09/97. Ab Montag den 18.08.’97 im Handel!

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