cd
Robin Trower
cd
Tinsley Ellis
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Michael
Thompson
cd
Bill Bruford's Earthwork
cd
Gerald Veasley
cd
Granfaloon Bus
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The Drugs
cd
Cry Of Love
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Oasis
cd
AC Acoustics
cd
Brings
cd
Atomopel
cd
Abra Moore
     

 

ROBIN TROWER
Someday Blues
edel contraire/demon

Robin Trower, einer der größten Rock-Gitarristen der Post-Hendrix-Szene mit einem Blues-Album. Anders als bei Gary Moore vor ein paar Jahren, empfindet man das nicht als großen Sprung, denn der Blues war schon immer in jedem Ton dieses Ausnahmemusikers zu spüren. Eher selten war Trower allerdings als Sänger zu erleben, und wie man hier hören kann, macht er auch diesen Job nicht schlecht. Seine sonst bevorzugte Trio-Besetzung hat er durch einen Hammond-Spieler erweitert, auch vor einigen Gitarren-Overdubs hatte er keine Hemmungen. Trotzdem gehört ,Someday Blues‘ zu den ungeschliffenen Blues-Platten mit Live-Charakter. Und niemand hat einen so traurigen Ton und eine so eigene Blues-Intonation wie Trower. Schräg und gut. (lt)

TINSLEY ELLIS
Fire It Up
edel contraire/alligator

1957 wurde Ellis in Atlanta geboren, und seitdem hat der Gitarrist & Blues-Rocker schon ein paar Tausend Gigs und auch einige CD-Produktionen hinter sich gebracht. Einiges was er heute spielt erinnert von den Arrangements her an Robert Cray, klingt aber bei weitem nicht so clean und berechenbar: Ellis präsentiert seine Mischung aus Freddie King, Allman Brothers, Santana und Eric Clapton selbstbewußt und dreckig. Produziert hat übrigens Tom Dowd, der auch schon die Allmans, Clapton, John Coltrane, Otis Redding u. a. gut bedient hat. Offenheit ist angesagt. (lt)

MICHAEL THOMPSON
The World According To...
irs/cocoa butt

Michael Thompson gehört zu den Top-Studio-Gitarristen der L.A.-Szene, er ist eigentlich permanent in irgendwelchen US-Charts-Produktionen zu hören. Zusammen mit einigen kompetenten Kollegen (Gregg Bissonette, Neil Stubenhaus, Jimmy Earl, Stanley Clarke...) hat er genau das eingespielt, was Westcoast-Cracks in ihre Freizeit machen: Lockerer, dezent swingender und groovender Pop, mal instrumental, mal mit Gästen, so z. B. dem genialen Bobby Womack in Sam Cookes ,A Change Is Gonna Come‘. Wer auf sauber gemachte amerikanische Popmusik steht, ist mit diesem Album genau so gut bedient wie Gitarren-Freaks, die einmal raushören wollen, was der Meister hier wann und wie treibt, und auf wie vielen Spuren. Trotzdem: Dieses Gitarristen-Album verdient das Prädikat „Songs & Music". (lt)

BILL BRUFORD's EARTHWORKS
Heavenly Bodies – A Collection
virgin

Bill Bruford, hauptberuflich Drummer bei King Crimson und Yes, folgte mit der Combo Earthworks stets seiner Jazz-Vorliebe. ,Heavenly Bodies – A Collection‘ ist eine Compilation aus verschiedenen Alben, die zwischen 1987 und 97 erschienen sind, und wurde um zwei bisher unveröffentlichte Kompositionen ergänzt. Das anspruchsvolle, rhythmisch interessante Programm präsentiert gleich zwei hervorragende, technisch ausgereifte, inspirierende Bassisten: Tim Harris am E-Bass, und Mike Hutton am Akustikbass. Dazu erstaunt Bill Bruford nicht nur mit akustischen , sondern auch mit sogenannten „Chordal Drums". Proper. (ds)

GERALD VEASLEY
Soul Control
inakustik

Bassist Gerald Veasley hat u. a. schon mit Joe Zawinul, Larry Coryell und dem Avantgarde-Bassisten Jamaaladeen Tacuma zusammengespielt. Nebenbei arbeitet er an eigenen Solo-Alben, seine neue Platte ,Soul Control‘ ist das insgesamt dritte. Mit dabei waren u. a. Grover Washington Jr. am Alt-Saxophon und der „Earth, Wind & Fire"-Sänger Philip Bailey. Veasley unternimmt einen Streifzug durch Soul, Funk, Jazz und ein wenig HipHop, wobei er sich als Bassist der Sonderklasse entpuppt. Mit sicherer Intonation und einem Gespür für wohlklingende melodische Wendungen glänzt er des öfteren als Solist, wobei er immer dicht am Schlagzeug bleibt. Aber nicht die Virtuosität auf dem Instrument stand bei den Aufnahmen im Vordergrund – Veasley hat es vermieden, eine Platte „von Musikern für Musiker" einzuspielen. (am)

GRANFALOON BUS
Sleeping Car
rough trade/trocadero

„Neo-Country" nennt man die Art von weißer amerikanischer Pop-Folklore, die zwar groovt wie eine Eieruhr, sich aber trotzdem ganz nett anhört. Und seien wir doch mal ehrlich: Velvet Underground, die Keimzelle aller Rock-Musik, die (auch) heute noch unberechen-/hörbar interessant ist, erzielten ihr einzigartiges Flair auch nicht gerade durch Üben oder ein preußisches Verhältnis zur Zeit. Etwas von dieser eher zeitlosen Unbekümmertheit, Sixtieasyliving & „Singer/Songwriter goes Punk – half-plugged"-Atmosphäre, das gefällt uns auch hier. Relaxte Songs für Leute, die auf dem Land wie in der Stadt schräg drauf sein können. Stop LeAnn Rimes & Kinder-Country – This is Granfaloon Bus & Kiffer-Country. Go west! (lt)

THE DRUGS
The Drugs
bmg/ng records

Eine vierköpfige Rock-Band aus Atlanta haut in die Saiten, und das kräftig wie intelligent. The Drugs klingen ziemlich zeitgemäß was handgemachte Musik angeht – also auch traditionsbezogen. Hier kommen eingängige Nirvana-Hooks genau so zum Zug wie Psychedelic- und Noise-Gitarren, die Songs sind sehr abwechslungsreich von ihren Sound-Arrangements... – Fazit. Eine absolut originelle Band. The Drugs sind richtungsweisend für progressiven Rock ’n’ Roll. (lt)

CRY OF LOVE
Diamonds & Debris
sony/columbia

Vier Jahre ist es schon her, daß ihr Album ,Brother‘ in den USA ganz soliden Erfolg hatte. Jetzt haben sie wieder zugeschlagen: Cry Of Love werden geprägt von ihrem Gitarristen Audley Freed, der scharfe Handarbeit abliefert, die immer unter dem Motto „American Rock Guitar" steht. Im klassischen „Trio + Sänger"-Lineup sind hier absolut gelungene Mainstream-Songs zu hören, mal härter, mal bluesiger und immer schön rough, was die Produktion angeht. Stellenweise erinnern Cry Of Love sehr an die US-Rocker Tesla, allerdings gehen Gitarrist Audley und Sänger Robert Mason noch etwas dreckiger zur Sache. Schöne Platte. (lt)

OASIS
Be Here Now
sony

Schlechte Laune, dumme Sprüche, gelangweilter Ansatz eines menschlichen Gesichtsausdrucks, geniale Songs, schöner BritPop und jetzt versucht sich Merkwürden Noel Gallagher neben dem Komponieren und Epiphone-schrammeln auch noch am harten Rock ’n’ Roll. Das kommt davon, wenn man immer auf dem kleinen Bruder rumhaut. Fazit: Ein geniales Album mit intelligenter Dramaturgie, schönen Arrangements und dreckigen Gitarren. Und Boss Noel hat sogar einen Depp gefunden, der für ihn bei einem Song Slide-Gitarre spielt; er heißt Johnny und ist nebenberuflich Schauspieler. Retrogenial. (lt)

AC ACOUSTICS
Victory Parts
virgin

Aus Glasgow kommen sie, und irgend jemand hat mir neulich von ihnen vorgeschwärmt... „AC Acoustics" nun da denkt man als Normalverbraucher vielleicht an ein Netzgerät und Bob Dylan. Die vorliegende CD liefert dann aber einen Sound, der Umdenken ansagt: Die Smashing Pumpkins & Sonic Youth entlassen ihre Kinder – und Radiohead könnten auch eine Rolle bei der Zeugung gespielt haben. Denkt man. Andererseits hat sich der Kern der Band, nämlich Sänger/Gitarrist Paul Campion und Bassist Caz Riley, schon Ende der 80er Jahre mit alternativem Gitarrenkrach befaßt. Und so wären wir also fast einer originellen wie im Trend liegenden Band ungerecht geworden, nur weil sich damals wahrscheinlich kein A&R-Trüffelschwein für sie interessiert hat. ;Victory Parts‘ ist das erste Longplay-Album dieser Band, deren Musiker Erfahrung und eine sympathische Coolness ausstrahlen, die man... – ähh, hi Noel...! – so von der Insel irgendwie gar nicht gewohnt ist. Fazit: Ein grauenhafter Name, aber eine ziemlich überzeugende Band. (lt)

BRINGS
5 + 4
emi/electrola

Ja, diese Platte gab’s schon mal vor einigen Monaten, aber leider hatten Brings, eine der besten deutschsprachigen Mainstream-Rock-Bands, kein Glück mit der für sie zuständigen Abteilung ihrer Plattenfirma. Jetzt hat es sich ausgespinnt und nach langen Geburtzwehen stand der neue Deal im selben Haus. Was Ignoranz in den vergangenen Monaten verhinderte, wird nun nachgeholt: Und so ist das gelungene fünfte Album der Kölner jetzt wieder lieferbar – als Limited Edition mit vier Bonus-Tracks: einem Remix ihrer Single ,Bis ans Meer‘ (*****) sowie drei Live-Versionen neuer und alter Brings-Songs. Demnächst gibt es noch ein Video, eine Single, eine Tour, ein Live-Album... Brings sind weiterhin ein Garant für runde Songs, scharfe Gitarren und schöne Konzerte. Wer Ausstrahlung hat, kann es sich auch leisten, ganz normalen Rock zu spielen... (lt)

ATOMOPEL
Bruxelles
indigo/dwarf/loudsprecher

Atomopel ist ein luschtiger Name (Müller, das heißt „lustiger Name"; d. Red.), der gut zu einer Punk-Band passen würde. Aber weit gefehlt. Das Trio aus Bochum wartet mit eingängigen Pop/Rock-Songs auf, wobei man immer mit Überraschungen rechnen muß: hier ein HipHop-Beat, da ein abgefahrenes Sample, Gitarren-Feedback-Orgien und allerlei Orgel-Sounds. Trotz des Experimentierdrangs besitzen die Songs Dank der unterkühlten Stimme von Ulla Jacobsen einen starken Wave-Einschlag. Die Musik von Atomopel ist nicht ganz leicht verdaulich, trotzdem ist der Band ein vielversprechendes Debüt gelungen. (am)

ABRA MOORE
Strangest Places
bmg/ariola
Sängerin Abra Moore haucht die Texte gelegentlich mehr ins Mikrofon, als das sie singt. Ihre Pop/Rock-Songs gehören in die Sparte „Singer/Songwriter" und bieten eigentlich wenig Aufregendes, trotzdem macht die Musik Spaß beim Zuhören, denn die Stücke sind von ihrer Band sauber eingespielt und die CD ist nach allen Regeln der Kunst produziert. Schön. (am)

 

Außerdem noch in Gitarre & Bass: Rezensionen der neuen CDs von RONNIE EARL & THE BROADCASTERS, LONG JOHN HUNTER, JAMES EMERY, TOM RIEPL, STEVIE SALAS COLORCODE, SCOTTY MOORE & D.J. FONTANA, DUKE ROBILLARD, FRIESEN & ILLENBERGER, ILLEGAL ALIENS, HOOVER, FRANZISKA PIA & DIE STERNE. Gitarre & Bass 10/97 – ab Freitag, 12. September im Handel!

 

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