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Es ist schon erstaunlich, daß ausgerechnet die Gibson-Tochterfirma Epiphone einen Fenderbass baut. Denn wes Vaters Kind der Accu Bass ist, läßt sich nicht übersehen. Bis auf wenige Datails erscheint der Accu als getreue Kopie des Fender Precision. Aber was soll der Stolz, schließlich muß auch die Mutterfirma Gibson zugeben, daß der Precision das erfolgreichste Bassmodell aller Zeiten ist, wovon man mit eigenen Bass-Schöpfungen nach wie vor ziemlich weit entfernt ist. Bei genauerer Untersuchung des in Korea gefertigten Accu Bass zeigt sich freilich, daß hier nur das Erscheinungsbild dem Fender-Kassenschlager abgekupfert wurde, das Instrument im übrigen aber teilweise einen recht eigenen Charakter aufweist. konstruktion Die Grundkonstruktion ist dabei durchaus Fender-like, mit aufgeschraubtem Ahornhals und sunburstlackiertem Erlebody. Der Halsahorn wurde mit liegenden Jahresringen verarbeitet, das Ahorn-Griffbrett aufgeleimt und mit 20 Jumbobünden bestückt. Anders als beim Preci wurde hier die angeleimte Kopfplatte aber nach hinten abgewinkelt, was vorteilhafterweise stets ausreichenden Saitendruck auf den Sattel gewährleistet und einen lästigen Saitenniederhalter auf der Kopfplatte erspart. Der Korpus besitzt Hochglanzlack, für den Hals wurde eine griffige Seidenmatt-Versiegelung gewählt. Mechaniken: Außer der abgewinkelten Kopfplatte findet sich am anderen Saitenende ein weiteres Gibson-Detail: Die Saiten werden beim Accu Bass von hinten durch den Korpus eingefädelt. Das bringt bekannterweise ein längeres Sustain ein und wirkt sich auch auf das Ansprechverhalten des Instruments positiv aus. Eventueller Bruchgefahr der Saiten wird durch ausreichend gerundete Messing-Saitenreiter vorgebeugt, die im übrigen auf einer soliden Blech-Grundplatte stehen und für jede Saite in Höhe und Oktavreinheit separat justierbar sind. Bei den gekapselten Stimmechaniken handelt es sich um Korea-Kopien der Gotoh-GB7, die ausgezeichnet funktionieren und das Prädikat Präzisionstuner" verdient haben. Tonabnehmer: Bei der elektrischen Ausstattung ist man nahe bei der Orginalvorgabe geblieben: Ein zweigeteilter P-Typ-Tonabnehmer ist in traditioneller Anordnung (mit der Spule für E und A näher am Hals) montiert. Das Bedienfeld arbeitet wie der PU rein passiv und bietet einen Voumenregler und eine Höhenblende. Soweit also aus dem Osten nichts neues, bis auf einen kleinen Makel. Während beim Fender der Preci-Splitcoil-Pickup bauartbedingt brummfrei wie ein Humbucker arbeitet, fängt sich der Epiphone in der Nähe von Netztrafos doch deutlich wahrnehmbare Brummanteile ein. Möglicherweise liegt das an fehlender Abschirmung des E-Fachs oder es wurde eine der beiden PU-Spulen hier in falscher Phasenlage angeschlossen, was sich im Nachhinein ja noch beheben ließe. praxis Handhabung: Hier ist alles bewährt und narrensicher wie beim echten Precision, und der angenehm leichte Accu Bass hängt komfortabel und positionsstabil am Tragegurt. Eine Gibson-Zutat läßt sich aber bei der Halsform entdecken, die hier nicht so flach wie bei Fender ist, sondern ein merklich V-förmigeres Profil aufweist. Dem Anfänger könnte der Accu deswegen etwas unbequemer erscheinen. Letztendlich ist dieses Halsprofil aber einer günstigen Handhaltung förderlich und verleiht dem Hals auch eine gesündere Statik, die sich auch hörbar auf die Klanggüte auswirkt.... resümee Was Epiphone/Gibson hier an eigenen Zutaten in das Preci-Modell investiert hat, wirkt sich auf ganzer Linie als eindeutige Verbesserung der Klangeigenschaften aus. In puncto Sustain, Obertonreichtum und präziser Tonansprache kann dieser preisgünstige Einsteigerbass ohne weiteres auch mit merklich teureren Instrumenten mithalten. Nur die Einstreuempfindlichkeit sollte Epiphone dem Accu Bass noch abgewöhnen, was ja prinzipiell kein Problem darstellen dürfte... Dirk Groll
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