Fishman Powerbridge

Fishman Powerbridge

Wie schon im Test der Baggs X-Bridge geschrieben, ist die Idee, einen Piezo-Pickup in den Steg einer E-Gitarre zu integrieren nicht neu, allerdings konnten frühere Bemühungen nicht so ganz überzeugen. Fishman als renommierter Hersteller von Abnahmesystemen und Zubehör bietet auch solche Austauschbrücken für E-Gitarre an.

Natürlich werde ich noch einmal auf die in Ausgabe 10/97 getestete X-Bridge eingehen und beide Systeme vergleichen; schließlich gibt es Gemeinsamkeiten, andererseits aber auch etwas andere Konzepte. So verwendet Fishman am Markt erhältliche Stege von Wilkinson, die entsprechend modifiziert sind; in einzelnen sind das Vibratosystem VS-100 mit zwei Stützschrauben, Telestyle HT-100, feststehende Strat-Brücke HTS-100 (nicht im Test). Das Vintage-Vibrato mit sechs Befestigungsschrauben (VMV) kommt vom selben Hersteller, der auch PRS beliefert. So ist im Gegensatz zum Baggs-Produkt für alle Gitarrentypen à la Strat bzw. Tele etwas Passendes dabei. Die Fishman Powerbridges funktionieren ebenfalls rein passiv.

konzept

Zunächst die Vibratos. Auch hier haben wir in jedem Saitenreiter ein spezielles Piezoelement, das von einem Metallgehäuse umgeben ist. Die Anschlußkabel werden durch entsprechende Öffnungen der Grundplatte und zwei Kanäle im Vibratoblock zu einer Anschlußleiste geführt, die sich unter selbstklebender Kupferfolie befindet. Beim Wilkinson VS-100 wird das Anschlußkabel seitlich, beim Vintage-Vibrato an der oberen Blockkante aus der abschirmenden Kupferfolie herausgeführt. Ich will ja nicht maulen, aber irgendwie sieht das Ganze etwas nach Bastelarbeit aus, frei nach dem Motto „von hinten durchs Knie ins Auge." Es ist also gar nicht so einfach, eine vorhandene Vibratokonstruktion zu einer Powerbridge umzufunktionieren. Die Vibratohebel werden gesteckt und sind per Inbusschraube in der Gängigkeit justierbar. Eine Führung aus Hartplastik verhindert Nebengeräusche, die bei Piezobetrieb natürlich sehr stören würden.

Die Anschlußkabel der Telebrücke brauchen im Gegensatz zu den Vibratos keine Umwege zu nehmen und die abschirmende Kupferfolie bleibt vor Ablösungserscheinungen geschützt, weil sie fest auf dem Gitarrenkorpus aufliegt...

resümee

Die Fishman-Powerbridges liefern einen offenen, durchsetzungskräftigen Ton, in der sind zwar nicht alle feinen Klangnuancen enthalten, doch das kann durchaus Vorteile haben. Wer also hin und wieder im Programm die „Akustikgitarre" rausläßt oder E- und Akustikgitarre mischt, wie Pete Townshend (Fishman-User, VS-100P) zum Beispiel, kann dies auch unkompliziert über normale Gitarrenamps realisieren – dem hohen Signalpegel sei Dank. Die übermäßige Baßabsenkung beim Zurückdrehen des Volumenreglers halte ich für wenig praxisgerecht (Kondensatorwert ändern) und die abschirmende Kupferfolie am Vibratoblock verlangt schon nach Klebstoff – das wäre bestimmt haltbarer zu lösen. Über die Qualität und Funktionalität der Wilkinson- (in vergoldeter Ausführung gegen Aufpreis erhältlich) bzw. PRS-Hardware braucht man keine Worte zu verlieren, die spricht für sich...

Udo Klinkhammer

 

Der komplette Testbericht (und noch viel mehr...) erscheint in Gitarre & Bass 11/97 – ab Freitag den 10. Oktober im Handel!

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