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Wer sagt denn, daß jeder Bassamp gleich aussehen muß? Heutzutage hat das 19"-Einschubdesign fast alle Verstärker optisch gleichgemacht, und Ausnahmen sieht man selten. Der kräftige Nemesis ist ein solches Charaktertop" mit nicht alltäglichem Aussehen. Irgendwie erinnert sein Styling an die Siebziger Jahre, wo ein Verstärker noch durch schieres Gehäusevolumen seine Leistungsfähigkeit demonstrieren durfte und damit auch manchmal mehr versprach, als er im harten Einsatz dann halten konnte. Damit sollte unser Nemesis zwar keine Probleme haben, schließlich sind auch in der jetzigen Zeit 600 Watt RMS kein Pappenstiel. Aber dieser Verstärker aus David Edens Cheapo-Serie enthält sich weitgehend dem kalt-funktionalen Profi-Design und setzt auf eigene Formen, womit er durchaus Charme versprüht. konstruktion Bedienelemente: Die Idee mit der zuschaltbaren Beleuchtung ist seit Trace Elliots Schwarzlicht-Illumination nicht mehr neu, wurde bislang aber auch nicht so schamlos zur Eigenwerbung ausgenutzt wie bei Nemesis. Immerhin wird hier nicht nur das Typenschild ausgeleuchtet, sondern einige Lichtstrahlen fallen auch auf das Bedienfeld, was bei schummeriger Bühnenbeleuchtung ja ganz vorteilhaft sein kann. Übrigens sollte man beim Betrieb die Finger vom Lichtschalter lassen, vor allem, wenn der Amp an eine dicke PA angeschlossen ist; das Einschaltknacken könnte sonst für einen feinen Adrenalinstoß sorgen. Für aktive und passive Bässe steht ein einziger Klinkeneingang bereit, die Pegeleinstellung erfolgt am Gainpoti. Ein Kompressor ist per Schalttaste abschaltbar, sein Einsatzpunkt läßt sich simpel durch die Gain-Einstellung variieren. Für besonders pegelschwache Instrumente oder zum Anzerren steht eine Gain-Boost-Taste bereit, mit der sich die Verstärkung der Eingangsstufe verdoppeln läßt, außerdem ist ein milder Overdrive-Grungesound stufenlos am Edgeregler dosierbar. Mit der Mute-Taste läßt sich der Amp in Spielpausen stummschalten. In der Eingangssektion steht mit dem Enhance-Regler die erste Möglichkeit bereit, auf den Grundsound des Basses Einfluß zu nehmen. Hierbei handelt es sich um ein stufenlos einstellbares Preshape-Filter, welches fundamentale Bässe und drahtige Präsenzen gegenüber dem Mittenbereich hervorhebt und so einen cleanen Funksound erzeugt. Ansonsten bietet der NA-600 eine effektiv abgestimmte Dreiband-Klangregelung, an der Bässe, Mitten und Höhen um jeweils ±15 dB im Pegel variiert werden können. Für Spezialsounds, z. B. bei Solostellen oder für Fretlessbass, besitzt der Nemesis noch eine separat einschaltbare Parametrik-Abteilung. Der Einstellumfang berägt auch hier ±15 dB, und die Centerfrequenz kann stufenlos zwischen 40 Hz und 10 kHz verschoben werden. Je nach Bedarf steht mit dem Semi Parametric Equalizer" also eine zusätzliche Regelmöglichkeit der Bässe, Mitten oder Höhen zur Verfügung. Für den DI-Ausgagspegel und die Aussteuerung der eingebauten Endstufe stehen auf der Frontplatte separate Volumenregler bereit, und auch ein Kopfhöreranschluß ist vorhanden. Der DI-Abzweig läßt sich wahlweise vor oder hinter die EQ-Sektion schalten, und wie bei allen Schalttasten am Nemesis wird hier der Schaltstatus durch eine kleine Leuchtdiode angezeigt. Anschlüsse: Der Leistungsfähigkeit der 600-Watt-Endstufe angemessen, ist der Nemesis mit zwei Speakon-Lautsprecherbuchsen ausgestattet... resümee Über Geschmack läßt sich streiten, und insofern kann einem die eigenständige Topteil-Optik des fetten Nemesis begeistern oder eine Gänsehaut bescheren. Unstrittige Qualitäten besitzt der NA-600 aber wiedergabemäßig, wobei hier nicht nur souveräne Power gemeint ist, sondern auch sein sauberer, schneller und sehr differenzierter Grundsound. Daß dieses nicht zu teure Kraftpaket auch noch umfassend ausgestattet ist, läßt kleine Makel wie den kaum wahrnehmbaren Kompressor-Effekt leicht verschmerzen. n P L U S
M I N U S
Ü B E R S I C H T
Dirk Groll Der komplette Testbericht (und noch viel mehr...) erscheint in Gitarre & Bass 11/97 ab Freitag den 10. Oktober im Handel! |