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Zoom erweiterte im Spätsommer dieses Jahres die Multi-Compact-Serie um zwei Neuheiten. Während das 505 Guitar mit 24 verschiedenen Effekten davon bis zu 9 gleichzeitig nutzbaren tief in die Multi-Effektkiste griff, widmen sich der 509 Dual Power Modulator und der 510 Dual Power Driver etwas spezialisierter der in der jeweiligen Namensgebung genannten Effektgruppe. Damit kann man die Multi-Compact-Serie wohl als komplett ansehen, da die Modelle 507 Reverb und 508 Delay ja schon seit längerer Zeit auf dem Markt sind. Wie sich im Testverlauf zeigte, stehen trotz einer gewissen Spezialisierung von 509 und 510 die vielfältigen Features wieder einmal im krassen Gegensatz zu Gehäusegröße und Preis also ganz in Zoomscher Tradition. konstruktion Die Gehäuse der einzelnen Bodeneffekte der Multi Compact Serie gleichen sich abgesehen von der Farbgebung der Display-Umrandungen bei allen Modellen aufs Haar: ein stabiles Kunststoffchassis mit zwei Fußtastern zur Programmumschaltung und vier Editiertastern (Store, Edit, +, -). Die beiden letztgenannten übernehmen je nach Status des Gerätes die Funktionen Bankwechsel, Value Change oder Tuner Calibration, womit bereits gesagt wäre, daß jedes Gerät über ein integriertes Stimmgerät verfügt. An den Geräterückseiten befinden sich die Eingangsbuchse für den Anschluß eines Netzteils (9 Volt, nicht im Lieferumfang) sowie vier Kunststoff-Klinkenbuchsen: Input, Detector In (509) bzw. Direct Out (510), Control In sowie Output (Stereoklinke für Stereobetrieb mittels Y-Kabel, Mono- oder Kopfhörerbetrieb). Die metallene Bodenplatte des Gerätes ist mit fünf Gummifüßen rutschgesichert. Am Geräteboden liegt auch das mittels Clipverschluß leicht zu öffnende Batteriefach. Ein 9-Volt-Alkaline-Block hält allerdings nur etwa 4 Stunden vor, was die zusätzliche Investition in ein externes Netzteil nahelegt. Beide Geräte sind als Vorschaltgeräte konzipiert, die zwischen Gitarre und Verstärker bzw. Mischpult geschaltet werden. 509 Dual Power Modulator Das 509 enthält zwei Effektmodule, welche hintereinander oder parallel durchlaufen werden können. Jedes dieser beiden Module enthält die gleichen Modulationseffekte: Chorus, Flanger, Phaser, Rotary, Tremolo/Pan, Step, Doubling, Pitch-Shift und Equalizer. Alternativ zur Verwendung der beiden Module gibt es noch zwei sog. 2-Voice-Effekte, wohinter sich ein Stereo-Pitch-Shifter mit separater Tonhöhenverschiebung für jeden Kanal oder ein Harmonized-Pitch-Shifter verbergen. Kombinationen von Effekten der beiden Module oder ein 2-Voice-Effekt können in insgesamt 24 Patches, verteilt auf sechs Bänke (A F), abgelegt werden. Die einzelnen Effekte bieten folgende Parameter:
Der Stereo-Pitch-Shifter erlaubt je Kanal getrennt regelbare Verstimmungen um ±12 Halbtonschritte oder zwei verschiedene Feinverstimmungen. Allen Effekten gemeinsam ist die Möglichkeit, ihren Ausgangspegel zu verändern und zu speichern. Der Masterpegel des 509 (und auch des 510) ist zwar auch veränderbar, die Einstellung geht jedoch nach dem Ausschalten verloren. Doch nun zur entscheidenden Frage: Wie klingt das Ganze? Nun, zunächst kann den Presets, die Phaser, Flanger und Chorus Effekte enthalten, hohe Qualität bescheinigt werden. Die Werkseinstellungen bieten solide Vorgaben ohne besondere Experimente. Höchstwertungen können der Stereo-Pitch-Shifter und der Harmonized-Pitch-Shifter verbuchen. Ein so sauber gestimmtes und auch im Ausklang der Saiten stabiles Pitchsignal wäre vor Jahren in dieser Preisklasse undenkbar gewesen. Alleine hierfür ist das Gerät sein Geld wert, ganz zu schweigen von dem integrierten Tuner oder der Möglichkeit, den Pitch-Shifter per Control-Pedal in Echtzeit fernzusteuern. Etwas ärmlich kommt nur der Rotary-Effekt weg. Hier muß man schon etwas Phantasie aufbringen, um an den legendären Leslie-Sound, der ja wohl angestrebt ist, erinnert zu werden. 510 Dual Power Driver Dual Power soll heißen, zwei parallel oder seriell verwendbare Verzerrungsmodule stehen zur Verfügung: Pre Drive und Main Drive. Aber das 510 wäre kein echtes Mitglied der Zoom-Familie, wenn nicht noch zusätzliche Gimmicks eingebaut wären, die mit Verzerrungseffekten nichts zu tun haben. So bietet die Pre-Drive-Stufe neben Booster (unverzerrte Mittenbetonung), Rhythm (leichte Verzerrung), Light Overdrive und Dynamic Overdrive (anschlagabhängiger Overdrive) noch einen Kompressor, Auto Wah, Pedal Wah (mit optional erhältlichem Pedal) und einen Octaver (12). Das Main Drive Modul enthält die Effekte Overdrive, Blues Overdrive (höhenbetont), Fat Drive, Distortion, Fuzz, Grunge, Lead (warm und singend) sowie Metal (bass- und höhenbetont). Bei allen Verzerrungseffekten ist selbstverständlich der Gainwert editierbar, Kompressor und Auto Wah verfügen über einen Sensitivity-Parameter. Die Anfangsmittenfrequenz des Pedal-Wah kann ebenso programmiert werden wie das Mixverhältnis des Octaversignals zum Originalsignal. Unabhängig von der Wahl der Pre-Drive- und Main-Drive-Effekte gibt es noch eine Zweibandklangregelung (High und Low) sowie wahlweise eine Noise Reduction oder einen Speakersimulator (8 Varianten). Die Verbindungen von Pre-Drive- und Main-Drive-Einheit kann auf verschiedenste Weise definiert werden: seriell, parallel mit 9stufigem Main-Drive-Level, Regelung der Balance der beiden Einheiten per Pedal oder auto-parallele Verbindung. Damit ist eine anschlagabhängige Pegelbalance der beiden Module gemeint, wobei sich eine stärkere Anschlagdynamik wahlweise auf das Pre- Drive- oder das Main-Drive-Level auswirken kann. Gefiel das Distortion-Modul schon beim Multi-Effekt 505 Guitar das 510 legt noch einen drauf! Fette Heavy-Sounds kommen genauso überzeugend wie die leicht angezerrten. Die EQ-Sektion mit nur zwei feststehenden Frequenzbändern fällt auf den ersten Blick etwas mager aus. Die recht umfangreiche und effektive Speakersimulation-Abteilung birgt jedoch noch genügend, vorwiegend den mittleren Frequenzbereich betreffende Variationen. Der Octaver kommt klanglich nicht so gut weg, wie der doch wesentlich aufwendigere Pitch-Shifter des 509, aber er ist ja im Prinzip nur als Zugabe zu einem ansonsten erstklassigen und vielseitigen Verzerrer anzusehen.... Der komplette Testbericht (und noch viel mehr...) erscheint in Gitarre & Bass 11/97 ab Freitag den 10. Oktober im Handel! |