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Der Mann ist eine lebende Legende. Zum Superstar hat er es jedoch nie gebracht. Zwar kennt jeder seine Songs, Erfolge feierten jedoch immer andere Künstler, die seine Kompositionen adaptierten und diese Cover-Versionen dann in die Charts führten. Auch von Schicksalsschlägen ist er nicht verschont geblieben: Seine Ex-Frau verübte Selbstmord, sein Bruder kam bei einem Autounfall ums Leben. John Hiatt kennt den Blues. Spielen kann er ihn auch. Seit fast dreißig Jahren ist er on the road", sein Leben und seine Songs sind wie vertonte Kapitel von Jack Kerouacs Kultroman Unterwegs". Mit seinem neuen Album ,Little Head befand sich John Hiatt im Herbst wieder einmal auf Deutschland-Tour, Gelegenheit zum Gespräch mit dem Gentleman aus...? G&B: Wie könnte es anders sein: Dein aktuelles Album ,Little Head klingt wie ein vertonter Road-Movie... Hiatt: Stimmt, so habe ich schließlich auch fast alle meiner Songs geschrieben. Wann immer sich die Möglichkeit ergab, sind wir gleich ins Studio gegangen und haben die neuen Ideen gleich aufgenommen. Davon sind am Ende allerdings nur zwei auf ,Little Head gelandet. Den Rest haben wir in acht Tagen in Los Angeles noch einmal aufgenommen. Aber es stimmt schon, ich schreibe die meisten meiner Songs unterwegs. G&B: Fühlst du dich rastlos? Hiatt: Nein, überhaupt nicht. Ich denke, wenn du unterwegs bist, ist das genau die richtige Zeit, um Musik zu schreiben du bist je schließlich wegen deiner Musik unterwegs. Außerdem ist das ein gutes Mittel, um die anderen zweiundzwanzig Stunden zu füllen, die du nicht auf der Bühne stehst. Wie John Lee Hooker mal sagte: Ich werde für die anderen 22 Stunden bezahlt, nicht für die zwei, die ich auf der Bühne stehe und spiele." G&B: Wie schnell ist euer Tourbus? Es heißt, außer für Gitarren hättest du eine ausgesprochene Schwäche für Sportwagen... Hiatt: (lacht) Ja, ich habe einen kleinen Kurzstrecken-Rennwagen, der ist ganz schön schnell! Ich bin selbst einige Rennen gefahren, das ist jetzt meine dritte Saison. Aber ich bin kein Michael Schumacher, hehehe... G&B: Angeblich bist du mal den Highway 61 runtergedonnert. Dort hat doch der Legende nach Robert Johnson seinen Pakt mit dem Teufel geschlossen... Hiatt: Ja, ich bin den 61 bis runter nach Clarkesdale gefahren, wo er dort auf den Highway 49 trifft. An dieser Kreuzung hat Robert Johnson seine Seele an der Teufel verkauft, auf daß er den Blues singen konnte. Nun, es ist wirklich ein bißchen unheimlich dort. Ich habe danach jedenfalls meinem Rennwagen die Nummer 61 gegeben. G&B: Warst du bildlich gesprochen, auch mal an einem Crossroad"? Hiatt: Ja, sogar oft in meinem Leben. Aber ich habe keinen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Ich hätte gesagt: Hey, fuck off, laß mich gefälligst in Ruhe! G&B: Ich habe nach deinem privaten Crossroad gefragt, weil du nach dem Selbstmord deiner Frau und dem Tod deines Bruders eine schwierige Phase voller Alkohol und Drogen durchgemacht hast. Wie bist du da wieder heraus gekommen? Hiatt: Es war eine klassische Story des Rock n Roll mein Weg führte ins Nirgendwo und ich tat mein bestes, um schnellstmöglich dort hinzukommen. Ich erreichte einen Punkt, an dem Drogen und Suff wichtiger als meine Musik wurde. Ich verlor meine Musik, hatte am Ende gar nichts mehr; und dann war es wieder die Musik, ihre heilende Kraft, die mich rettete. Ich habe zum Glück wieder erkannt, warum ich Musik mache... Discografie
Story By Stefan Woldach
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