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Gary Moore: Das Live-Equipment

Egal ob Blues, Rock oder Pop – Gary Moores Gitarre hinterläßt auf jedem musikalischen Terrain ihre unverwechselbare Handschrift. Der Ton macht hier die Musik – und das bei einem absolut überschaubaren Equiment-Fuhrpark.

Zusammen mit seinen hochkarätigen musikalischen Mitstreitern Guy Pratt (b, voc), Gary Husband (dr) und Magnus Fiennes (kb), die ihn schon auf dem aktuellen Album ,Dark Days In Paradise unterstützen (s. G&B 06/97), präsentierte Gary Moore live einen abwechslungsreichen Querschnitt seiner bisherigen Laufbahn – von Hard ’n’ Heavy über Blues bis zum aktuellen Song-Material, das zwischen BritPop-Anklängen und Drum & Bass-Atmosphären ganz neue Seiten des Ausnahme-Gitarristen zeigt.

Pedalboard

Gary Moores Live-Setup gestaltet sich effizient und sparsam: zwei verschiedene Amps, einige vorgeschaltete Effekt-Pedale, das war’s schon.

Als Klangpurist war er noch nie ein Freund von Wireless-Systemen; nach wie vor läuft sein Gitarren-Signal über Kabel. Nachfolgend befinden sich auf einem Pedalbord die folgenden Geräte:

  • Arion HU 8500 Stage-Tuner
  • Ibanez TS-10 Tube Screamer Classic
  • Vox Reissue Wah – der alte Trick, um nachgeschaltet einen intensiveren Filter-
  • Effekt zu erreichen, anstelle die Verzerrung zu beeinflussen.
  • Ibanez PC-10 DualChorus/Flanger
  • Ibanez DDL-20 Digital-Delay
  • Boss DSD-3 Digital-Sampler/Delay
  • Boss RV-3 Digital-Reverb/Delay
  • Boss LS-2 Line-Selector
  • Marshall Kanal-Umschalter
  • Boss Power-Supply

Ein Volume-Pedal auf der Bühne dient ihm zur Lautstärkekontrolle seines persönlichen Keyboard-Monitors – eine Marshall 2x 12-Box, die neben ihm steht. Das macht dem Mann am Monitor-Mixer die Arbeit auf der Bühne leichter.

Amps & Cabinets

Als Verstärker setzt Gary Moore in erster Linie das neue Marshall-JCM-2000-Top in 100-Watt-Ausführung ein – einer der ersten Prototypen, die die britische Traditionsschmiede verließen. Als Ersatz steht ein Serien-Modell bereit.

Daran angeschlossen sind zwei 4´ 12"-Marshall-Cabinets mit 35-Watt-Celestion-Lautsprechern, die mit einem Custom-Frontgrill à la Bluesbreaker-Combo ausgestattet sind.

Zur Abnahme werden ein Electro-Voice RE-20 und ein AKG-409-Mikrophon verwendet. Für den Song ,Business As Usual‘, vom aktuellen Album ist ein akustischer Gitarren-Sound gefragt. Hierzu schaltet Moore auf ein Trace-Elliot-TA-200S-Combo und spielt eine ’82er „Fender Reissue 60s Strat", die neben EMG-Tonabnehmern am Steg mit einem Piezo-System von Mike Christian ausgerüstet ist. Auf den Piezo-Pickup braucht Gary Moore allerdings noch nicht einmal zurückzugreifen, die EMGs und der Trace-Elliot-Amp allein reichen, um einen ausgesprochen brillant-schimmernden Klang zu produzieren. Dieser Combo wird über D.I. abgenommen.

Guitars

Folgende Gitarren hatte Gary Moore auf seiner letzten Tour mit auf der Bühne:

  • 60er Gibson ES 355; die Semiacoustic kommt vor allem bei den neuen Songs zum Einsatz)
  • Gibson ES 335 (als Ersatzgitarre für die ES 355)
  • Fender Reissue 60s Stratocaster
  • Fender Floyd Rose Classic Strat (mit HSS-Tonabnehmerbestückung der Marke DiMarzio)

Die Nr. 1 unter seinen „Paulas" ist eine Gitarre, die Ashly Pangborn vor etwa fünf Jahren nach dem Vorbild der legendären ’59er Les Paul von Peter Green anfertigte. Gary Moore erwarb Greens Les Paul etwa 1970. Typisch ist das honiggelbe „Unburst"-Finish mit dem über die Jahre verblichenen Rot-Farbton. Ursprünglich besaß die Gitarre auch einen „reversed" Neck-Pickup wie das Original. Neuerdings sind wegen Einstreuungsproblemen EMG-Tonabnehmer (58er- und 89er-Modelle) eingebaut.

Ein echtes Schätzchen ist die 59er Les Paul, die den Gänsehaut-Ton von ,Still Got The Blues lieferte. Ende 1989 erwarb Gary Moore dieses Sammlerstück für 8000 britische Pfund in England.

Ebenfalls im Gepäck ist eine „Silver Flake"-Les-Paul aus dem Gibson-Custom-Shop, die auf dem Cover von ,Dark Days In Paradise zu sehen ist. Bleischwer wiegt das Instrument in den Händen; der Grund dafür ist das besonders gewichtige Mahagony-Holz des Korpus, welches nach Gibson Spezifikation als „Patton Grade" bezeichnet wird. Dieses Instrument kommt auf der Bühne allerdings selten zum Einsatz.

Sämtliche Gitarren sind mit Dean Markley-Saiten der Stärke .010 bis .052 bespannt und regulär auf A=440 Hz gestimmt. Als Picks verwendet Gary 1.2 mm „Extra Heavy"-Plectrums aus Fender Fabrikation. Trotz aller Kraft, mit der er spielt, halten sie Ewigkeiten. Für die Slide-Soli auf den Songs ,One Good Reason und ,Cold Wind Blows setzt er Glas-Bottlenecks ein. Bei ,Like Angels greift er statt dessen auf einen Schraubenzieher zurück.

Guy Pratt/Bass

Guy Pratt spielt seine bewährten Status-Fünfsaiter-Bässe, die er schon bei Pink Floyd und Power Station im Gebrauch hatte – ein Fretless-Modell ist dabei und ein bundiertes Instrument. Beide Instrumente sind mit Trace-Elliot-Saiten der Stärke .040 bis .125 bespannt.

Ein kleines Pedalboard ist mit folgenden Geräten bestückt:

  • Ernie-Ball-Volumenpedal
  • Arion Stage Tuner
  • Marshall The Guv’nor, Verzerrer
  • Boss BE-5 für Chorus-Sounds

Guy Pratt ist treuer Trace-Elliot-Endorser und verwendet ein AH400-SMX-Top, das die Firma mit einer neuen Modifikation ausgestattet hat – der Sound soll nun röhriger und wärmer klingen.

An Boxen verwendet er eine 4´ 10"-Cabinet (Modell 1048H mit integriertem Horn), sowie eine reguläre 1048 T ohne Hochtontreiber, beide ebenfalls von Trace-Elliot.

Der Bass wird über ein Electro-Voice PL-20 und den Pre-EQ des Amps abgenommen.

Text & Fotos: Stephan Neumeier

 

Diese Story – und noch eine Menge mehr – erscheint in Gitarre & Bass 12/97! Ab Freitag den 14. November im Handel!

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