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Bass Talk! Wie in jedem Monat stellen wir auch in dieser Ausgabe interessante Bassisten
aus unseren Breiten vor. Es geht um Facts & Informationen, und damit man die Kollegen
schön miteinander vergleichen kann, werden auch immer dieselben Fragen gestellt. In
diesem Monat am Start: Martin Weinert und Ken Taylor.
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NAME: Martin Weinert BAND: Susan Weinert Band AUSBILDUNG: klassische Ausbildung bei E.A. Sparenberg, Jazz-Studien bei Rufus Reid, Ron McClure, Harvie Swartz und Mark Johnson, Autodidakt, Einstieg über die Rockmusik später Hinwendung zur Fusion. EINFLÜSSE: Charlie Parker, Miles Davis, Gary Willis, Scott Henderson, David Liebman, Allan Holdsworth, Vinnie Calaiouta, Ron Carter, Herbie Hancock... DISCOGRAFIE: Mit Susan Weinert Band: ,Mysterious Stories, ,Crunch Time, ,The Bottom Line; mit dem Susan Weinert/Cezary Konrad Project: ,Meeting In Krakow ANSPIELTIPS: ,City Nights auf 'Secrets' von Allan Holdwsworth, ,The Necessary Blonde auf der CD ,Tribal Tech von Scott Henderson/Gary Willis & Tribal Tech, ,Blue Matter auf der gleichnamigen CD von John Scofield, ,A Weaver Of Dreams auf der gleichnamigen CD von Don Grolnick. INTERNET SITES: Da guck ich ehrlich gesagt nie rein. LEBENSWEISHEIT: Wer langsam reitet hat auch ein Pferd. EQUIPMENT: Ampeg SVT Preamp, Ampeg SVT Poweramp, zwei Ampeg 410HE-Boxen, Warwick-Streamerstage-Fünfsaiter LIEBLINGS-MUSIKERWITZ: Bass-Schüler kommt von der ersten Unterrichtsstunde nach Hause. Der Vater fragt, was er denn gelernt habe antwortet der Sohn: Die ersten drei Töne auf der E-Saite." Ein Woche später fragt der Vater wieder und der Sohn antortet artig: Die ersten drei Töne auf der A-Saite." Auch in der dritten Woche fragt der Vater und erhält vom Sohn die Antwort: Nix, ich bin nicht hingegangen!" Auf die erstaunte Rückfrage erklärt er: Ich konnte nicht, ich hatte einen Gig." |
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NAME: Ken Taylor |
| G&B: Warum macht ihr
Musik? Martin: Weils mir unglaublichen Spaß macht. Ken: Weil es für mich die natürlichste Art ist, mich auszudrücken. G&B: Wie definiert ihr den Job des Bassisten? Martin: Der Bassist ist in der Pop-, Rock- und der Jazz-Musik das Bindeglied zwischen den Rhythmus- und den Harmonie-Instrumenten. Im Orchester", sagt Ludwig Streicher, ist der Kontrabassist der musikalischste Mensch", und wenn der das sagt, dann muß das auch so stimmen (lacht). Ken: Der Job des Bassisten ist, die Seele" der Band zu sein. G&B: Wie seht ihr das heutige Musikgeschäft aus Sicht des Bassisten? Martin: Alles ist sehr kurzlebig und hektisch geworden. Man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mit Selbstvertrauen auf der einen und kritischer Analyse der eigenen Fähigkeiten auf der anderen Seite sollte man ruhig seinen Weg gehen. Wo der Weg dann endet, ob als Millionär oder Tellerwäscher, entscheiden oft auch Glück und Zufall. Ken: Das Musikgeschäft hat mit dem Bass-Spielen nichts zu tun. G&B: Wer oder was inspiriert euch musikalisch? Martin: Viele Dinge, gute Musik hören, egal ob live oder auf Tonträgern, mit guten Musikern zusammenspielen, ein guter Sound. Ken: Meine Kinder. G&B: Welche Spieltechniken sind euerer Meinung nach wichtig? Martin: Alle, die mir dabei helfen, meine Ideen umzusetzen und Klangvielfalt zu erzielen. Ich versuche alles auszuprobieren, ohne Voreingenommenheit und ohne Aberglauben. Ken: Spieltechniken fand ich nie besonders wichtig, weil man ohnehin nie zweimal das gleiche spielt. G&B: Welchen Stellenwert hat das Equipment Martin: Einen hohen. Es muß einfach in der Handhabung, gut im Sound und natürlich zuverlässig sein. Ken: ... G&B: Pflegt ihr Kontakt zu anderen Bassisten? Martin: Ich habe zu vielen Menschen Kontakt. Bassisten sind natürlich auch dabei, aber um ehrlich zu sein redet man meisten nicht über Musik oder gar bass-spezifische Problemchen. Ken: Ich habe viel Kontakt zu anderen Bassisten, weil es eine Sprache gibt, die nur Bassisten untereinander verstehen. G&B: Würdet ihr lieber in Amerika leben und arbeiten, und welchen Anteil hat das Thema Geld" dabei? Martin: Als Jazz-Musiker ist man natürlich sehr von Amerika beeinflußt. Ich komme mit der amerikanischen Mentalität auch gut klar, fühle mich aber in Polen oder Südfrankreich genauso wohl wie in L.A. oder Köln. Wichtig sind doch die Menschen, und mit ein paar netten Menschen um sich herum ist es überall schön. Das Geld spielt bei solchen Erwägungen eine eher untergeordnete Rolle. Ken: Als Erfahrung ist das sicherlich ganz gut, aber ich ziehe Europa aufgrund der verschiedenen musikalischen Kulturen vor. Geld ist einfach nicht wichtig. G&B: Was macht ihr in der Freizeit? Martin: Ich fahre Fahrrad, lese Bücher und gehe ganz gerne ins Kino. Ken: Ich habe keine Freizeit. G&B: Kocht ihr gerne? Martin: Ja, ich koche sehr gerne. Ich versuche mich sehr bewußt zu ernähren und deshalb koche ich, wenn wir zu Hause sind, zweimal am Tag zusammen mit meiner Frau. Ken: Wenn ich ein paar arme Teufel finde, die das dann auch essen, gerne. G&B: Welche Frage möchtet ihr gerne mal beantworten? Martin: Hältst Du es für möglich, daß wir alle verrückt geworden sind und eines Tages in Zwangsjacken aufwachen werden? Ken: Warum können die Deutschen einfach nicht tanzen?
Mathias van Hulst
Das alles & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen. Die G&B-Ausgabe 01/98 ist ab Freitag 12. Dezember 1997 im Handel. |