Hoyer, Musician, Sound Design, HD 220S-N/Nature, Acoustic Guitar System

Hoyer, Musician, Sound Design, HD 220S-N/Nature, Acoustic Guitar System

Der folgende Testbericht – um dies gleich vorweg zu schicken – befaßt sich mit einer Kombination von Akustik-Gitarre und Pickup/Preamp, die in der hier vorliegenden Art auf dem Markt gar nicht erhältlich ist. Die Hoyer HD 220S-N und das Nature Acoustic Guitar System des Herstellers Hardy Kurandt sind nämlich zumindest bisher nur einzeln zu haben.

Da Kurandt und Hoyer jedoch beide über die Firma Pellarin vertrieben werden, und ein Pickup ohne Gitarre nur schwer zu testen ist, stellte Pellarin dem Hersteller des Pickups einen Prototypen der Hoyer HD 220S-N zum Einbau des Systems zur Verfügung. Beide Testkandidaten sind also getrennt zu erwerben, um den Einbau muß man sich allerdings selber bemühen bzw. einen Fachmann beauftragen.

konstruktion

HD 220S-N: Der traditionsreiche Firmenname Hoyer taucht ja seit etwa Mitte vergangenen Jahres nach ca. 10-jähriger Marktabstinenz wieder auf. Gefertigt werden die Instrumente zur Zeit in Japan; eine zumindest teilweise Verlagerung der Produktion nach Deutschland wird allerdings angestrebt. Die optisch angenehm schlicht gehaltene, seidenmatt lackierte Dreadnought ist mit massiver Fichtendecke und gesperrtem Mahagoni-Boden und -Zargen bestückt. Palisandersteg und -Griffbrett sowie Stegeinlage und Sattel aus Knochen ergänzen die klassische Materialzusammenstellung. Die Korpuskanten sind akkurat eingefaßt, das 20bündige, sauberst verarbeitete und nur leicht gewölbte Griffbrett verzichtet auf Bindings. Die ohne jede Verzierung geformte Kopfplatte trägt den traditionellen Hoyer-Schriftzug, der zumindest den älteren Jahrgängen geläufig sein dürfte, und die verchromten Gotoh Mechaniken.

Nature Acoustic Guitar System

Das Nature Acoustic Guitar System besteht aus vier Teilen, die allesamt ohne jegliche Lötarbeiten, allein mit Steckverbindern, zu montieren sind: Da gibt es die als Gurtknopf getarnte Klinkenbuchse, den wie allgemein üblich unter der Stegeinlage sitzenden Piezo-Pickup, den Batteriehalter für den 9-Volt-Block sowie das etwa streichholzschachtelgroße Preampgehäuse. Letzteres wird mit einem schwingungsneutralen Klebepad am besten so auf dem Boden der Gitarre befestigt, daß man durch das Schalloch hindurch mit Hilfe von Uhrmacherschraubenziehern die drei Mini-Trimpotis zur Regulierung von Gain, Bass und Höhen justieren kann. Den Batteriehalter hat Hardy Kurandt im Korpusinnern mit zwei kleinen Holzschrauben am Halsstock befestigt. Zum Batteriewechsel muß man natürlich mindestens drei Saiten deutlich entspannen; der Vorteil des ganzen Systems ist natürlich, daß das Instrument äußerlich keinerlei Entstellungen erfährt.

praxis

Gute Verarbeitung zahlt sich mal wieder aus; die HD 220S-N ist butterweich zu spielen und macht intonationsmäßig und kraftmäßig auch in höchsten Lagen keinerlei Probleme. Der Ton ist seidig, obertonreich und je nach Anschlagart und Anschlagort variabel. Die Bässe sind klar konturiert ohne zu verwaschen. Angenehm fällt auf, daß auch bei Barréegriffen das Klangspektrum nach oben hin immer noch sehr schön offen bleibt...

 

Den kompletten Testbericht & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen. Die G&B-Ausgabe 01/98 ist ab Freitag 12. Dezember 1997 im Handel. 

home