Johnson, Millennium Stereo One-Fifty

Johnson, Millennium Stereo One-Fifty

 

Und jetzt geht es in die nächste Runde zum Thema Amps, die alles können und den Begriff „eierlegende Wollmilchsau" in greifbare Nähe rücken lassen. Allerdings, und da schreibe ich wohl nichts Neues, ist der Gitarrist als solcher meist äußerst konservativ veranlagt und schon die reine Optik kann ihn davon abhalten, mal ein Ohr ins Gerät reinzuhängen.

Das läßt mich mittlerweile kalt, da sollte man eben auch mal praktisch denken, schließlich kommt hier alles in einem Guß – keine Anpassungs-, Pegelprobleme, fünf verschiedene Bedienungsanleitungen, die man auch noch verstehen muß, kein Kabelwust, Brummen usw. Der Johnson-Amp bietet in kompakterer Form das, was sonst nur mit Preamp plus Effekte plus Endstufe plus Box(en) möglich ist.

konstruktion

Das Hirn des Johnson-Amp hat man sich zum größten Teil aus dem DigiTech 2112 ausgeliehen, das als Nachfolger des legendären 2101 nicht nur klanglich sondern vor allem in Hinsicht Bedienung enorm aufgewertet wurde. Wichtigster Unterschied zwischen 2112 und Johnson ist die Halbierung der FX-Prozessorkapazität; im 2112 finden sich zwei S-Disc-II-Prozessoren, im Johnson einer, was im Klartext bedeutet, daß er „lediglich" bis zu vier Effekte gleichzeitig anbieten kann, der Preamp hingegen derer bis zu 15 (äh, wer’s braucht). Ansonsten gibt es kaum Einschränkungen, denn das Effektangebot ist hier wie dort überaus üppig und auf so Spezialitäten wie Stereo-Dual-Reverb oder Stereo-Gated-Reverb kann man verzichten, wenn es dafür authentisch klingende oder auf Wunsch scheppernde Federhall-Simulationen gibt.

Ein auffälliger Unterschied ist in der Preamp-Sektion zu vermelden: Hier verrichten zwar weiterhin zwei mit Hochspannung versorgte ECC83 ihre Arbeit, aber... Per Taster können verschiedene Amp-Typen angewählt werden, die Unterteilung ist American Stack, -Combo, British Stack, -Combo und Johnson als Spezialität. Innerhalb der angeführten Sektionen fallen dann so bekannte Namen wie Mesa/Boogie, Fender, Soldano, Marshall, Vox und Matchless. Unter Johnson finden sich speziellere Sounds z. B. Fuzz, Hotrod Marshall oder Kombinationen wie Fender/Soldano, die per Morphing (Expression-Pedal) mischbar sind. Um dann die Illusion vom „normalen" Verstärker wieder zu verstärken, ist immer zwischen Channel A und B umschaltbar; ein Beispiel: A wäre ein Vox AC30 clean und brillant, B bietet dann die Crunch-Version fürs Solo. Ermöglicht wird das Ganze durch eine getrennte Regelung von A und B in Gain, Volumen, Klang (Treble, Mid, Bass), Effektanteil, Mastervolumen. Die Klangregelung ist jeweils der Charakteristik des entsprechenden Verstärkertyps angepaßt.

Von dieser Amp-Sektion geht es über den Effekt-Prozessor zu den beiden Endstufen mit je 60 Watt an 8 Ohm und endet bei zwei Celestion Vintage 30...

 

Den kompletten Testbericht & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen. Die G&B-Ausgabe 01/98 ist ab Freitag 12. Dezember 1997 im Handel.

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