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Nachgeladen Nach Tortenschlachten im Backstage-Bereich, handgreiflichen Auseinandersetzungen im Studio und komatösen Alkoholexzessen pflegt das rüde Rock-Quartett inzwischen einen geradezu frommen Lebensstil. ,Load, das letzte Werk der US-Metaller, zeigte zudem eine rückstandsfreie, fast artige Neuordnung der eigenen Wertigkeiten: Statt Bestmarken in den Kategorien härter, aggressiver und schneller zu avisieren, präsentierten die Herren Hetfield, Newsted, Ulrich und Hammett auf ihrem letzten Werk (siehe G&B 7/96) eher harmoniebeseelten Metal-Light. Jetzt haben Metallica nachgeladen. ,Reload heißt das siebente Werk, mit dem sich das Quartett wieder alter Tugenden besinnt: Stakkato-Gitarrengewitter, tonnenschweres Schlagzeug, wütend gebellte Lyrics. Doch trotz anderer Gewichtung weist das neue Metal-Monster einige Parallelen zum Vorgänger auf: Die Drum-Sounds klingen, als seien sie vom letzten Album gesampelt, die Gitarrenspuren erinnern auffällig an die kompromißlos kompakten 95er Sessions aus den The Plant"-Studios, selbst das Cover-Artwork trägt erneut die Handschrift des Fotografen Andreas Serrano: ,Blood And Semen heißt nun ,Blood And Piss, und ,Load nun ,Reload, sonst ändert sich nix? Kopieren Metallica sich selbst? Ein Album mit Restbeständen? Blödsinn", meint Bassist Jason Newsted...
G&B: Nicht nur der Titel, auch der Sound eueres neuen Albums lassen einige Assoziationen und Rückschlüsse auf ,Load zu... Jason: Das ist richtig. Wir hatten diesmal alle Schlagzeug-Tracks bereits fertig, die stammen aus den Aufnahmen zu ,Load. Denn ursprünglich wollten wir alle Songs zusammen herausbringen, ,Load und ,Reload sollten ein Doppelalbum werden. Aber dann hatten wir massive Probleme mit unserem Zeitplan, wollten auf Tour gehen und sind danach erst wieder ins Studio gegangen, um diese Songs aufzunehmen. Der Vorteil war, daß die Drums schon fertig waren. Die harte Arbeit der Vorproduktion, die Basisarbeit war schon erledigt. G&B: Was bedeutete das für den Aufnahmeprozeß? Jason: Wir vier, dazu unser Team" Bob Rock und Randy Staub, gingen mit der gleichen Vision ins Studio. Wir hatten diese Song-Ideen schließlich schon seit zwei Jahren im Kopf und wußten genau, was wir wollten. Alles was wir tun mußten, war die Schlagzeug-Parts zu nehmen und dann bildlich gesprochen eine weiße Leinwand füllen. G&B: Und was hat Lars in der Zwischenzeit getan? In der Sonne gelegen, während ihr neue Songs eingespielt habt? Jason: Er hat seine Schlagzeug-Parts noch einmal editiert, um alles 100% perfekt hinzukriegen. Es gab eine Menge zu tun, aber zum Glück mußten wir uns diesmal nicht alles von Grund auf erarbeiten. Deshalb war unser Ziel auch viel klarer. Jeder von uns wußte, was sein Job war. Es war diesmal auch nicht die gewohnte, entspannte Atmosphäre, die sonst bei der Produktion eines Metallica-Albums herrscht. Diesmal waren wir sehr zielstrebig. G&B: Inwiefern? Jason: Nun, kein Bier, kein Sex, keine Parties! (lacht) Aber ernsthaft, wir haben uns immer schwer getan, unsere Abgabetermine einzuhalten. Meistens haben wir unserer Plattenfirma gesagt: Ja, ja, wir schaffen das schon alles rechtzeitig, macht euch mal keine Sorgen." Und am Ende war immer völlige Panik angesagt! Das wollten wir endlich mal vermeiden... Story by Stefan Woldach
Das komplette Interview & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen. Die G&B-Ausgabe 01/98 ist ab Freitag 12. Dezember 1997 im Handel. |