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Geboren wurde Tom im Juni 1952 in der Nähe von Washington D.C., seine musikalische Früherziehung erfuhr er anhand der Plattensammlung seiner Eltern: Die Mutter stand mehr auf Les Paul und Mary Ford, während der Vater Charlie Christian bevorzugte. Ein weiterer Einfluß zu jener Zeit war Chet Atkins. Später auf der High School entdeckte Principato die klassischen Blues-Interpreten: die drei Kings Freddie, B.B., und Albert, sowie Otis Rush, Muddy Waters, Junior Lockwood, Albert Johnson und Elmore James. In den 70ern spielte er dann in einer Band aus Boston mit Namen Powerhouse". Weitere Stationen waren Jump Blues" und die Band des Harmonika-Spielers James Montgomery. Später in den 80ern war Principato Mitglied in Jim Thackerys Band The Assasins; nebenbei spielte er diverse Live-Jobs, u. a. für Sunnyland Slim, Big Mama Thornton und andere. Über die Jahre spielte Principato immer wieder mit bekannten Musikern aus der Blues-Ecke. Frage an Tom: Wie kommt man mit solchen Leuten in Kontakt? Freddie King habe ich eines Tages getroffen, und wir wurden Freunde. Später hat er uns eingeladen, um mit ihm zu spielen. Für die meisten anderen Musiker, wie John Lee Hooker, Buddy Guy und Lonnie Mack haben wir die Show eröffnet, und gegen Ende haben wir dann mit ihnen gejammt." 1984 startete Principato seine Solokarriere, an dessen Beginn die Einspielung eines Live-Albums mit Danny Gatton stand. Wie sah die Beziehung zu Gatton aus? Principato: Nun, er war für mich ein Freund und Mentor, von dem ich viel gelernt habe. Wir saßen oft bei Danny zu Hause und haben einige Sessions gemacht." Seit über zehn Jahren nun veröffentlicht Principato unter eigenem Namen Platten, wobei jedes seiner Alben bei der amerikanischen Fachpresse positive Reaktionen hervorruft. Auch die lokalen Kulturwächter der Washington Area Music Association" bedachten Principato regelmäßig mit einer Vielzahl von Auszeichnungen in der Sparte Blues", u. a. als Best Artist/Group" oder Best Instrumentalist". Und die National Academy For Recorded Arts And Sciences" nahm Principato zweimal in die Auswahl für einen Grammy auf; einmal für das Album mit Danny Gatton, ein weiteres Mal 1995 für den Song ,In The Clouds .Jetzt gibt es mit ,Really Blues ein neues Album, daß die musikalische Bandbreite des Gitarristen, der auch als Sänger aktiv ist, präsentiert. Die Platte zeigt, daß Principato alles andere als ein Blues-Purist ist; einerseits ist er sich seiner traditionellen Blues-Wurzeln zwar bewußt, andererseits gehört er jedoch zu jenen Gitarristen, die den Blues erweitern. Principato: Ich bin schon lange bekannt als Blues-Gitarrist, aber Blues ist nicht die einzige Sache, die ich mache. Ich habe schon immer verschiedene amerikanische Stile gespielt: Jazz, Blues, Rock, Gospel, Country."Beeindruckend ist auf ,Really Blue das Gatton gewidmete Stück ,One For Danny mit Highspeed-Country-Licks und spannenden harmonischen Wendungen. Ebenfalls gelungen ist das an Santana erinnernde ,Strangers Eyes, der geschmackvolle Slow-Blues ,Really Blue und die jazzige Solonummer ,Here, In My Heart. Besonders hervor sticht das Stück ,In Another Dream. Principato: Das Stück ist eine Art von Fusion, ähnlich wie bei Eric Johnson. Die Melodie am Anfang könnte von einem Chet-Atkins-Song sein, gegen Ende habe ich diesen irischen Fidelteil auf der Gitarre gespielt."Im Studio wurden die Songs mehrmals live eingespielt, so daß später für das Album die Version mit dem besten Gitarrensolo ausgewählt werden konnte. Lediglich ein paar Gitarren-Riffs, Keyboards und der Gesang wurden nachträglich als Overdubs aufgenommen. Principato greift im Studio auf bewährte Arbeitsgeräte zurück: Ich besitze ungefähr dreizehn oder vierzehn Gitarren, die meisten sind von Fender. Die Gitarre, die ich am liebsten mag, ist eine American Standard Strat aus der Mitte der 80er Jahre. Sie hat Seymour-Duncan-Pickups. Dann habe ich noch verschiedene Telecaster: eine Squier-Tele mit Joe-Barden-Pickups, ein ganz neues Modell und eine Telecaster mit Duncan-Pickups, mit der ich auch aufgenommen habe. An Verstärkern benutze ich für die meisten Sachen Blackface-Fender-Amps. Ich besitze einige 64er Blackface Vibroverbs und einen Black Pro Reverb. Aufgenommen habe ich mit einigen Marshalls und diversen Tweed-Amps. Und ich mag Fußtreter: Von Roger Mayer habe ich ein paar Fuzz-Boxes und ein WahWah-Pedal. Weiterhin setze ich einen Octaver, einige Boss-Pedale und ein Real-Tube-Pedal ein, das ich wirklich liebe. Dann habe ich noch einen alten MXR Phase 100 und ein Full-Drive-Distortion-Pedal." Später am Abend beim Konzert, das im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums der Talkin -Blues-Show in Köln stattfand, zeigte sich Principato als virtuoser Musiker mit Gespür für einen runden Ton und das passende Lick zur richtigen Zeit. Unterstützt wurde er dabei von seiner Band, die aus John Perry am Bass und dem Schlagzeuger Wes Johnson besteht übrigens der Sohn von Robert Johnson", wie Principato ironisch bemerkte. Das eingespielte Trio begeisterte das Publikum ein ums andere Mal Tom Principato und Band sind als Live-Tip uneingeschränkt zu empfehlen!Abschließend noch die Frage nach den für die nächste Zeit geplanten Aktivitäten. Principato: Im Dezember komme ich rüber, um mit Frank Dietz und zwei anderen deutschen Gitarristen eine Platte aufzunehmen. Es gibt nächstes Jahr ein Album, und auch eine Tour dazu. Das Projekt wird vielleicht The Telecats heißen, und soll von der Musik ungefähr in Richtung Roy Buchanan und Danny Gatton gehen." Das erinnert doch etwas an eine Band namens The Hellecasters...? Tom beruhigt: Ich denke, es wird nicht diese Bandbreite der Hellecasters mit all diesen ausgearbeiteten Four-Part-Harmonies haben." Also weiterhin straight ahead? Es bleibt spannend... Discografie Tom Principato Solo:Tom Principato & ...
Story: Arnd Müller Diese Story & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen. Die G&B-Ausgabe 01/98 ist ab Freitag 12. Dezember 1997 im Handel. |