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Vielseitigkeit war schon immer Teil der Firmenphilosophie von Paul Rivera. Mit dem Modell Sedona für die Verwendung mit E-Gitarre und Akustik-Gitarre konzipiert strebt die amerikanische Edelschmiede zu neuen Ufern. Auf verschiedenen Gebieten will der Sedona nämlich der erste seiner Art sein. Beispielsweise der erste E-Gitarren und gleichzeitig Akustik-Gitarrenamp mit Kanalumschaltung. Doch um nicht zuviel vorwegzunehmen, jetzt erst mal der Reihe nach konstruktion Doch zunächst zu den Bedienelementen an der braun lackierten Frontplatte. Sie entsprechen zum größten Teil in Art und Anordnung anderen Produkten aus dem Hause Rivera. Da wären neben den beiden High-Gain- bzw. Low-Gain-Eingängen zu nennen je Kanal ein Volume und ein Master Regler mit der jeweils dazwischenliegenden dreifachen Klangregelung Bass, Middle und Treble. Insgesamt fünf dieser mit 10-stufiger Skalierung versehenen Potis dienen gleichzeitig als Push/Pull-Potis für die Funktionen Channel Select, Gain Boost Channel 1, Ninja Boost, Bright und Notch. Die drei erstgenannten können bequemer noch mit dem im Lieferumfang enthaltenen, stabilen Fußschalter FS-7 abgerufen werden. Dieser wird mit einem ca. 5 m langen Anschlußkabel an der Amp-Rückseite eingesteckt wobei man im Umgang mit dem verwendeten 8-Pol-DIN-Stecker aus Kunststoff erhöhte Vorsicht walten lassen sollte, da bei eventueller Beschädigung so schnell kein Ersatz für dieses ungebräuchliche Format erhältlich sein wird. Die jeweils per Fußschalter oder Push/Pull-Poti ausgewählte Schaltung wird durch farbige LEDs am Amp und auf dem FS-7 angezeigt. Kanalübergreifende Regler sind Reverb (Hammond Federhall) und Presence; nur auf Kanal 2 wirkt ein zuschaltbarer Anti-Feedback-Equalizer, regelbar in Level und Frequency. Der Frequency Regler dient gleichzeitig als Ein-/Ausschalter für den nur mit Kanal 2 aktivierbaren Tweeter. Zwei Schalter (Standby und Power) vervollständigen die Frontplatte. An der Amp-Rückseite gibt es neben den schon erwähnten Anschlüssen für die externe Box und den FS-7 die Klinkenbuchsen für die seriell angelegte Effect Loop. Diese ist mit zwei Potis in Send- und Return-Level justierbar. Daneben liegt ein weiteres, bisher nicht in einem Akustik-Gitarrenverstärker zu findendes Feature: Eine integrierte Röhren-DI-Box. Ein Push/Pull-Poti wirkt als Groundlift und als Regler des am symmetrischen XLR-Ausgang anliegenden Level. Strom wird über ein Euronetzkabel zugeführt; eine stabile Querverstrebung schützt die EL34-Röhren vor Beschädigung. praxis Der andere Fall, für welchen der Sedona eigentlich konzipiert ist, nutzt Kanal 1 mit der erwähnten Boostmöglichkeit für E-Gitarre, Kanal 2 wird für die Verstärkung einer Elektro-Akustik-Gitarre verwendet. Dazu werden die beiden Regler Treble und Middle von Kanal 2 herausgezogen, wodurch sie sich in Bright und Notch verwandeln. Damit sind sie den Ansprüchen einer Akustik-Gitarre weit besser, um nicht zu sagen erstklasssig gewachsen. Nasale Mitten oder auch Feedbacks werden wirkungsvoll eliminiert, der Bright-Bereich gibt den akustischen Glanz hinzu. Die Sonne geht dann auf, wenn man den Tweeter dazu schaltet, welcher einen Frequenzbereich von 5 kHz an aufwärts bedient für einen guten Akustik-Gitarrensound unabdingbar, für E-Gitarre weniger bedeutsam, teilweise sogar unerwünscht. Und damit erklärt sich, warum der Tweeter nur Kanal 2 zugeschaltet werden kann und beim Wechsel auf Kanal 1, in unserem Beispiel dem Wechsel zur E-Gitarre, automatisch deaktiviert wird. Etwas trickreich gestaltet sich der Anti-Feedback-Equalizer, der neben seiner Funktion Anti-Feedback" eben auch als Equalizer" wirkt, d. h. er senkt die zwischen 150 Hz und 3,5 kHz wählbare Frequenz in einer doch relativ breiten Güte ab, was den Gesamtklang natürlich stark beeinflußt. Hier entfernt man sich beim Heranpirschen an eine hohe, aber feedbackfreie Lautstärke leicht von seiner ursprünglichen Klangvorstellung. Was man beim Rivera etwas vermißt, sind warme Bässe, bzw. eine bessere Möglichkeit, diese zu beeinflußen. Vielleicht hat man sich bei der Konstruktion sehr bemüht, die typischen Wummerfrequenzen von Akustikgitarren mit großem Korpus gar nicht erst aufkommen zu lassen. Spielt man jedoch eine kleinformatige Akustik oder gar eine Solidbody mit Piezo-Pickup, kann es im unteren Bereich leicht dünn werden. Zu prüfen wäre, ob die (nicht zum Test vorliegende) Zusatzbox Abhilfe schafft. Ein großes Plus, gerade für die Verwendung des Sedona mit Akustik-Gitarre, stellt der regelbare DI-Ausgang dar. Hier wird die Gitarre in einer Klarheit und Präsenz übertragen, die zumindest auf der Bühne mit einem Mikro vor dem Amp unmachbar wäre. Für die E-Gitarren-Anwendung ist die Mikroabnahme schon aus dem Grund vorzuziehen, weil die dadurch gewährleistet ist, daß an der P.A. der Sound ankommt, den der Spieler eingestellt hat, einschließlich aller Färbungen, die ein 12"-Speaker bietet. Denn das ist ja schließlich das, was gewünscht und gemeint ist. Im Studiobetrieb jedoch ist die Verwendung des D.I.-Ausgangs auch für E-Gitarre denkbar, um einfach andere Sounds als die, die aus dem Lautsprecher kommen, auszuprobieren. resümee P L U S
Ü B E R S I C H T
Paul Schleip |