Shift

 

Shift

Pannen, Power, Potential

Zwar verfügt die US-Musikszene über ein scheinbar unerschöpfliches Reservoir an Acts, doch das künstlerische Potential im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erwies sich im Bereich des Gitarren-Rocks in den letzten Jahren eher als dürftig. Seit dem Post-Grunge-Vakuum hat sich in diesem Segment eine ungewohnte Lethargie eingeschlichen...

Der Mainstream-Rock ist mausetot, lediglich Alternative-Ikonen wie die Smashing Pumpkins und Pearl Jam oder Metal-Giganten wie Metallica konnten dem rückläufigen Publikumszuspruch trotzen. Trend-Bands wie die Foo Fighters, Weezer oder Live tun sich in Europa schwer, auch englische Importe wie Bush oder Ocean Colour Scene konnten die Szene nur kurzzeitig beleben. Während die Generation X nun langsam stramm auf die dreißig zugeht, führen neue, junge Bands wie Sponge, Days Of The New oder auch Shift das Erbe des Gitarrenrocks unverdrossen und fast schon trotzig weiter.

Seit gut fünf Jahren existieren Shift, New York ist ihre Homebase. Zuammen mit seinem Schulfreund und Bassisten Brandon Simpson gründete Sänger und Songwriter Joshua Loucka die Band in der Highschool, sorgte allerdings zuerst lediglich mit ziemlich schrägen Cover-Versionen von Jimi Hendrix bis Bad Brains für Aufsehen. Mit wechselnden Besetzungen verfolgte Loucka seine Vision durch die Adoleszenz, fest entschlossen, eines Tages Rockstar zu werden. Mit dem zweiten Gitarristen Mark Holcomb, einem Import der Seattle-Underdogs Undertoe, sowie der talentierten Schlagzeugerin Samantha Maloney stand dann das endgültige Line-Up der Band. Es folgte die erste Independent-EP ,Pathos (1994) und das Debüt-Album ,Spacesuit (1995), beides Werke mit einer Mischung aus melodiösem Metal, Grunge-Anleihen und unprätentiösen Gitarren-Rock. Inzwischen hat sich das Quartett mit einem Durchschnittsalter von gerade mal 22 Jahren eine beträchtliche Fan-Gemeinde und seinen ersten Major-Plattendeal erspielt. Und mit etwas Glück könnten Shift zu den Überfliegern der nächsten Jahre werden.

 

G&B: Joshua, du und Brandon, ihr habt mit fünfzehn angefangen Musik zu machen. Erzähl mir etwas über die Anfänge...

Joshua: Nun, als wir begannen war das nur so zum Spaß. Wir hingen zusammen ab, klimperten auf unseren Instrumenten herum und hörten Metallica. Mittlerweile sind wir beide in der Band erwachsen geworden, haben uns ziemlich verändert, musikalisch entwickelt und sind im Laufe der Jahre besser geworden.

G&B: Dein Vater hat dich damals zu Konzerten von Mötley Crüe, Soundgarden oder Metallica begleitet. Ist er ein Rock-Fan?

Joshua: Ich weiß gar nicht genau, warum er eigentlich mitkam. Er tat jedenfalls immer so, als würde ihm die Musik gefallen. Diese Shows haben mich jedenfalls mit Sicherheit beeinflußt. Da wußte ich, daß ich einmal Musiker in einer Band werden wollte.

G&B: Und bei dir, Brandon, habt ihr dann zu Hause im Wohnzimmer geübt?

Brandon: Genauer gesagt in meinem winzigen Zimmer! Joshua, ich und unser damaliger Drummer John. Den konnte ich allerdings nie beim Spielen sehen, weil er hinter der Ecke neben dem Doppelstockbett saß. (lacht) Wir haben immer Samstagnachmittags geprobt, und das ziemlich laut. Einmal kam sogar die Polizei, aber die haben wir nicht mal gehört. Die kamen gar nicht dazu, uns den Stecker zu ziehen!

G&B: An der Highschool sollt ihr dann erste Gigs mit angeblich ziemlich ulkigen Coverversionen gespielt haben.

Joshua: Stimmt. Damals mochten wir so viele verschiedene Songs, daß wir wirklich alles und jeden gecovert haben. Unsere Versionen waren bestimmt grauenhaft, außerdem waren wir immer verdammt nervös. Aber das war egal, weil es wahnsinnigen Spaß gemacht hat...

Story by Stefan Woldach

 

Das komplette Interview und noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass 04/98 nachlesen. Ab Freitag den 13. März im Handel!

home