Jacques Stotzem

Fingerprintsralogo.gif (374 Byte)

Mit instrumentaler akustischer Gitarrenmusik ist das immer so eine Sache: Die technischen Fähigkeiten und die virtuose Darbietung des Solisten sind in der Regel beeindruckend – leider fehlt den meisten Vertretern der Fingerstyle-Gitarre das nötige Händchen für spannende und interessante Kompositionen. Wer einfallsreich gespielte Akustikgitarrenmusik sucht, sollte es mal mit der aktuellen CD von Jacques Stotzem versuchen.

Auch auf ,Fingerprint‘ vereint Stotzem in seinen Stücken Elemente aus Jazz, Blues, Klassik und Folk zu einer eigenen bis eigenwilligen Mischung. Der melodische Aspekt steht immer im Vordergrund; zudem wird mit Pausen und sehr viel Dynamik gearbeitet.

Jacques Stotzem wurde 1959 in Verviers, Belgien, geboren. Relativ spät, im Alter von sechzehn Jahren, begann er mit dem Gitarrespielen. Der Auslöser war ein Fernsehauftritt des amerikanischen Gitarristen Stefan Grossmann. Begeistert von dessen Blues/Ragtime/Folk-Musik kaufte sich Jacques zwei Tage später seine erste Akustische und ein Gitarrenlehrbuch von Grossmann. Und die Investition hat sich gelohnt: Jacques Stotzem zählt heute zu den renommiertesten Fingerstyle-Gitarristen seiner Zunft. Grund genug also für ein Interview mit dem sympathischen Belgier, der offen über sich und seine Musik erzählte...

Einflüsse

G&B: Was hat dich damals an der Akustikgitarre so fasziniert?

Jacques: Ich weiß wirklich nicht, was es speziell war. Mir hat es einfach unheimlich gut gefallen, und ich bin Grossmann dankbar dafür, daß er mich zur Gitarre gebracht hat.

G&B: Kennst du ihn persönlich?

Jacques: Ja, wir haben uns inzwischen öfters getroffen. Vor kurzem haben wir bei einem Gitarrenfestival in Lüttich das erste Mal miteinander gespielt. Das war für mich etwas Besonderes.

G&B: Wer sonst war noch wichtig für deine musikalische Entwicklung?

Jacques: Da ich nicht wie Grossmann singe, war seine Art von Musik sehr begrenzt für mich. Ich merkte sehr schnell, daß bei diesen Blues-Sachen ohne Gesang ein wichtiger Teil fehlt. Da Ragtime usw. somit für mich zu begrenzt war, und weil ich damals gerne melodische Sachen hörte wie James Taylor und Jackson Browne, begann ich eigene Kompositionen zu schreiben. Ich wollte die traditionelle Fingerstyle-Technik mit melodischen Sachen mischen. Mein Ziel war es immer, melodische Sachen zu schreiben. Mit der Zeit habe ich auch sehr viel Jazz gehört. Die Musik, die ich heute schreibe, ist wirklich eine Mischung aus diesen verschiedenen Einflüssen. Ich bin kein Purist oder Ragtime-Gitarrist. Ich höre auch gerne klassische Musik oder südamerikanische Gitarristen...

Natürlich gibt es Gitarristen, die ich gerne mag, aber sehr oft sind es keine Akustikgitarristen. Ich höre sehr gerne Pat Metheny und John Scofield oder Leute wie Sting, der ein guter Komponist ist. Aber ich versuche nie, mir von einer Platte die ganzen Licks rauszuhören. Ich verarbeite die Musik eher in meinem Kopf, und dann tauchen diese Einflüsse in meinem Spiel wieder auf ...

Story: Arnd Müller

Das komplette Interview mit Jaques Stotzem, Infos zu seinem Equipment & und noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass 04/98 nachlesen. Ab Freitag den 13. März im Handel!

home