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Daß ein Schalloch
unbedingt in der Mitte liegen und rund sein muß, ist längst kein Dogma mehr.
Diverse Hersteller haben bereits an verschiedenen Stellen
der Decke Hand angelegt. Doch immer noch ist zugegebenermaßen die Spannung bei solch
ungewöhnlichen Konstruktionen wie der Chief C1C" erhöht.
konstruktion
Die recht leichtgewichtige Schöpfung des amerikanischen
Herstellers Tacoma bietet ein durch und durch hölzernes Erscheinungsbild: Keinerlei
Bindings trennen die sauber gearbeiteten Übergänge von der massiven Zederndecke zum
Mahagoni der Zargen bzw. von Zargen zu Boden (Mahagoni). Der einteilige, zweifach
verschraubte Mahagonihals ist ebenso wie der Rest des Instruments nur hauchdünn
seidenmatt lackiert. An der nicht mehr zusätzlich furnierten, mit Gotohs bestückten
Kopfplatte ist das Firmenlogo wie ein Brandmal eingestanzt. Das Palisandergriffbrett setzt
erst am XV. Bund am Korpus an, dank des großzügigen Cutaways ist sogar der letzte
(XXII.) Bund bequem erreichbar. Schutz vor zu harten Anschlagsattacken bietet ein durch
seine seidenmatte Transparenz völlig unscheinbares Schlagbrett. Auffällig ist der
kunstvoll geschwungene Palisandersteg, in dessen drei sichelförmige Aussparungen die
Saiten paarweise eingehängt werden. Bridgepins sind also überflüssig. Die werkseitig
aufgezogenen DAddarios (.012 .052) laufen von hier aus über eine
längenkompensierte Graphtech-Stegeinlage. Die in der oberen schmalen Schulter gelegen
Schallaustrittsöffnung läßt einen zumindest spärlichen Blick auf die sauber
ausgeführte Bodenbeleistung zu. Unsichtbar bleibt selbstverständlich die im weitesten
Sinne A-förmige Deckenbeleistung aus Fichte und Ahorn.
Elektronik: Die auch als reine
Akustik-Gitarre erhältliche Chief ist gegen DM 600, Aufpreis mit dem Fishman Prefix
Plus Electronic System erhältlich. Dies beinhaltet einen Fishman-Film-Pickup und einen im
Zargen integrierten aktiven Preamp mit 4-fach EQ, regelbarem Notchfilter (40 Hz bis 500
Hz), Volume Regler und (knackfreiem!) Phase-Reverse-Schalter. Die als Contour bezeichnete
Mittenfrequenz ist parametrisch wählbar in einem Bereich von 250 Hz bis 10 kHz.
Sämtliche Bedienelemente machen einen äußerst soliden Eindruck. Zum Batteriewechsel
dreht man das gesamte Preampgehäuse um 180° nach oben heraus, wodurch der Halter für
den 9-Volt-Block zugänglich wird.
praxis
Der zwar ungewöhnliche, aber doch sehr bescheidene und
zurückhaltende Eindruck, den die Chief rein äußerlich hinterläßt, läßt kaum ahnen,
welche spieltechnischen und klanglichen Qualitäten in dem Instrument verborgen sind. Bei
leichtester Handhabung bis in die höchsten Lagen hinein bietet die Gitarre einen
unglaublich offensiven, klar definierten, tragfähigen Ton, der auf Anhieb begeistert. Der
leichte Korpus zeigt sich ausgesprochen schwingungsfreudig und stellt dadurch über die
akustische Wahrnehmung hinaus eine direkte Verbindung zwischen Spieler und Instrument her.
Das Fishman-System beweist einmal mehr seine Leistungsfähigkeit. Bei mehr als akzeptablem
Angebot in linearer Einstellung, wird man mit dem eng angelegten, parametrischen
Contour-Filter und dem Notchfilter mit Sicherheit aller Problemfrequenzen Herr.
resümee
Die Tacoma verdient in Design, Spielbarkeit und
Klangeigenschaften (akustisch und elektrisch) Bestnoten.
P L U S
- Verarbeitung
- erstklassige Klangeigenschaften
- Pickup/Preamp leistungsfähig
Ü B E R I C H T
- Hersteller: Tacoma
- Modell: C1C Chief
- Typ: Elektro-Akustik Gitarre mit Cutaway
- Herkunftsland: USA
- Mensur: 647 (mm)
- Hals: einteilig Mahagoni, Palisandergriffbrett, 22 Bünde
- Halsform: D
- Halsbreite: Sattel:44,3; XII. Bund: 55,0 (mm)
- Halsdicke: I. Bund: 19,5; VII. Bund: 20,5(mm)
- Mechaniken: Gotoh, geschlossen, verchromt
- Decke: Zeder, massiv
- Korpus: Mahagoni
- Oberflächen: seidenmatt, natur
- Steg/Stegeinlage: Palisander, Kunststoff
- Sattel: Kunststoff
- Saitenlage: E-1st: 1,9; E-6th: 2,2 (mm)
- Elektronik: Fishman Film-Pickup; Fishman Prefix Plus Preamp mit 4-Band-EQ,
parametrische Mitten (250 Hz bis 10 kHz); Notchfilter, Phase Schaltert
- Stromversorgung: 9-Volt Batterie
- Preis: ca. DM 2950,
Paul Schleip |