
| Wer mit Norwegen Trolle, Fjorde und
wunderschöne Ferien mit sündhaft teuren Alkoholika verbindet, wird dem Land noch eine
weitere spannende Facette abgewinnen. Und alle, die meinen, Skandinavien hätte in Sachen
Rock bis Dub und Ambient nichts anzubieten, muß eines besseren belehrt werden.
Offensichtlich erleuchten sowohl Mitternachtssonne als auch Polarlicht, denn in dem dünn
besiedelten Norwegen tut sich musikalisch einiges. Ein Vertreter der regen Szene ist der
Gitarrist Eivind Aarset. Eivind Aarset ist im letzten Jahr fleißig in Deutschland unterwegs gewesen in der Band des ebenfalls norwegischen Trompeters Nils Petter Molvaer. Dessen Khmer"-Projekt war eine der Konzertüberraschungen von 1998. Auf Tonträger ebenfalls denn daß das renommierte Schönklang-Label ECM sich in Dance, Trance und Ambient-Zonen vorwagen sollte und auch noch Remixes in Auftrag gibt, war reichlich spektakulär. Aarsets Job in der Band ist vielfältig, denn es gibt keinen Keyboarder. Gitarre und DJ sind für Klangfarben und Harmonieteppiche zuständig. Mit Farben kennt sich der blonde Gitarrist bestens aus, teilweise ist nicht einmal mehr die Sound-Quelle Gitarre" zu erkennen, so verfremdet wird der Klang des Instruments durch Effekte, E-Bow und Talkbox. Nils Petter Molvaer sagt über seinen Gitarristen: Eivind spielte in einer Heavy-Rock-Band, als ich ihn vor 18 Jahren das erste Mal hörte, aber er hat sich zum vielseitigsten Gitarristen entwickelt, den ich kenne." Auch außerhalb der Khmer-Band hat Eivind Aarset seine musikalischen Statements, die er auf seinem Solo-Album ,électronique noire (1998) mitteilt. Hier Auszüge aus einem Interview mit dem Gitarristen, entstanden vor einem Gig der Band von Trompeter Nils Petter Molvaer im Berliner Quasimodo".
Aarset: Mit der Gitarre habe ich im Alter von 12 Jahren angefangen, nachdem ich das erste Mal Jimi Hendrix gehört hatte! Ich mußte einfach selber ausprobieren, wo die Power der Gitarre und dieses Sounds herkommt. Das war auch meine erste Erfahrung mit Musik überhaupt, in dem Sinne, daß mich die Musik gepackt hat und mein Innerstes berührt hat. G&B: Diese innere Stimme, die sagte: Du mußt genau dieses Instrument spielen"? Aarset: In der Richtung, ja. Es war eine Art Erwachen für mich ... Ich bin jetzt seit 14 oder 15 Jahren professioneller Musiker. Angefangen habe ich mit Hard Rock und Heavy Metal, und nach ein paar Jahren habe ich auch die Chance bekommen, Session-Jobs in den Studios zu machen. Mittlerweile habe ich auf einer Menge norwegischer CDs gespielt. G&B: Alle Musikrichtungen, oder immer im Rock-Genre? Aarset: Nicht nur Rock-Musik. Es war viel Popmusik und auch Jazz dabei. Und eine Menge Filmmusik und Werbe-Jingles. In den letzten Jahren, so seit 1990, arbeite ich mehr und mehr mit Jazz-Musikern zusammen. Allerdings nicht im traditionellen Jazz-Verständnis, also kein Bebop ... Story: Angela Ballhorn
Das ungekürzte Interview mit Eivind Aarset & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen ab Freitag den 12. Februar im Zeitschriftenhandel, bei guten Musikhändlern oder (für Abonnenten) beim Postboten erhältlich! © Copyright: Gitarre & Bass - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH |