
| Musiker wollen Erfolg haben und
Publikum. Die einen üben dafür Skalen & Voicings, andere nehmen Drogen um die eigene
Genialität im Zaum zu halten, und wieder andere haben offensichtlich etwas von den
Zusammenhängen zwischen Kunst, Selbstverwirklichung, Erfolg & Spaß verstanden. Ganz
wenige dieser Lebenskünstler haben sogar ein Business durchschaut, in dem immer noch zu
viele Dilettanten Zufallsgeneratoren betreiben und deren Ergebnisse als Strategien
verkaufen. Robert Log III (29) hat das alles & noch viel mehr kapiert und macht daher
heute was er will er verkauft Blues an flexible Musik-Fans. Der Mann aus Tucson, Arizona steht in gewisser Weise bis eindeutig in der Tradition von Unkonventionalisten wie Robert Johnson, Beck oder Harald Juhnke: Auch für Bob Log III gehört zur Farbe Blau" weniger zwingend eine bestimmte I-IV-V-Verbindung, er bezieht hieraus in erster Linie Stimmungspotential und eine Möglichkeit expressiven Entertainments. Unorthodox bastelt er an der Tradition des singenden und Gitarre spielenden Alleinunterhalters, hat eine Menge Humor und einen großen geschlossenen Fliegerhelm (h)in(ter) denen er sich verstecken kann; er weiß auch, daß man solche Tricks & Eigenarten braucht, wenn man anderen Menschen mit anspruchsvollen wie skurrilen Klangfarben, für beide Seiten genußvoll die Zeit vertreiben will. Und eigentlich ging es ja in der populären Musik immer nur um Unterhaltung eine Grundfunktion, die entgegen der Meinung fundamentalistischer Kunstpopen nie Genialität, Originalität und Wert ausschließen muß. Und erst wenn das alles kommerziell erfolgreich und massenkompatibel mit entsprechender Bezahlung einher geht, entsteht wa(h)re Pop-Kunst. Bob Log III wird es so gesehen in dieser Woche nicht mehr zum Popstar bringen, aber was haben wir alles über Kurt Cobain, Billy Corgan und Robbie Williams gedacht, als sie noch in der zweiten Reihe Kultobjekt spielen mußte? Log gehört ebenfalls zu diesen wenigen originell-kreativen Originalen, die es bestimmt schaffen könnten bei Aldi mit einem Song zu bezahlen und alle in der Warteschlange hätten garantiert ihren Spaß dabei. Aber der Weg aus der entfremdeten Arbeitswelt ist hart. Immer noch machen Zwischenhändler wie Plattenfirmen, Tour-Booker, Konzertveranstalter und Club-Besitzer Musikern das Leben schwer, und zwingen sie, bestenfalls gegen Bezahlung, in verrauchte Lokalitäten, um dort ihr Können vorzuführen. Aber hin und wieder tauchten dann doch originelle Pop-Genies auf wie der genannte Looser" Beck Hansen, die von der Roy-Black-Reinkarnation zum Meister gewandelte Ausnahmeerscheinung Guildo Horn oder der musinekrophile Briefträger James Brown alias The King mit seinen gecoverten Totenliedern. Sie haben Erfolg, sie verkörpern neue (alte) Trends, sie haben wa$ von ihrer Arbeit. Und sie liefern natürlich auch wieder manchem Bewegungsmelder aus dem Business Gründe, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und die Konkurrenz macht sich auf um drittklassige Kopien zu clonen ... Bob Log III kennt diese Geschichten, er möchte seine Karriere selbst kontrollieren und überschaubar halten in dieser Hinsicht hat seine Plattenfirma Epitaph (Bad Religion, The Cramps, NOFX, Rancid) einen besseren Ruf als viele andere. Das ist mein erstes Interview mit einem Musikermagazin", meint Bob zu Anfang des Gesprächs grinsend. Sonst wollen immer nur Leute von schrägen Punk-Zeitschriften und Alternative-Mags mit mir reden ... Mmh, warum entstand dann dieses Interview? Als ich Bobs aktuelles Album ,School Bus (edel/epitaph) in der Hand hielt, eine Veröffentlichung des bizarren Blues-Labels Fat Possum Records", mußte ich sofort über diesen Typen lachen: Mit seinem Fliegerhelm, in den ein alter Telefonhörer, der als Gesangsmikrofon fungiert, eingebaut ist, sieht er aus wie eine HiTech-Ameise. Dazu kommen die Ruler-Pose des Cover-Fotos, die alten Archtop- und Dobro-Gitarren, die schrägen Slide- und Picking-Sounds, die Bass-Drum, die er parallel dazu spielt, gelegentlich schleicht sich auch noch ein Drum-Computer ein verrückt! Und Bobs Stimme mit dem Prädikat Sprechgesang" ist er gut bedient klingt tatsächlich so wie durch ein Telefon in einem Film aus den 30ern. Das alles hat was ... Story: Lothar Trampert
Die ungekürzte Story über Bob Log III & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen ab Freitag den 12. Februar im Zeitschriftenhandel, bei guten Musikhändlern oder (für Abonnenten) beim Postboten erhältlich! © Copyright: Gitarre & Bass - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH |