
| Mr. Robinson träumt: Von den
good old days", in denen Flowerpower, Acid & Freedom die Schlagwörter,
Timothy Leary & Jack Kerouac als Kultfiguren eines neuen Lifestyle angesagt waren.
Exzesse, Mary Jane und natürlich Rock & Roll diese Werte pflegen die Brüder
Rich und Chris Robinson heute noch. Als kreative Köpfe von Amerikas erfolgreichstem
Retro-Rock-Zirkus propagieren sie ein freies Leben, fordern die Legalisierung von
Marihuana, wüten gegen korrupte Politiker, hassen Profitgier und beklagen den Mangel an
Liebe auf unserem Planeten. The Black Crowes die letzten Hippies im Musikbusiness? Doch die scheinbar heile Hippie-Welt umgab eine trügerischen Ruhe. Die Crowes gelten als eine der äußerst kontrovers diskutierten Erscheinungen der Musikszene. Kaum eine Band hat es in der Vergangenheit geschafft, gleichermaßen Kritiker, Fans und Musikerkollegen in zwei Lager zu spalten. Entweder man liebt oder man haßt diese Band dazwischen scheint ein Vakuum zu herrschen. Und selbst innerhalb der Formation war nicht nur Love & Peace" angesagt... Ihr Debüt ,Shake Your Moneymaker sorgte 1990 auf der amerikanischen Musikszene für ein mittleres Erdbeben: Rekordverdächtige 54 Wochen hielt sich das Album in den Charts. Das Nachfolgewerk ,The Southern Harmony & Musical Companion wurde zwei Jahre später sogar mit einem Grammy bedacht. Doch parallel zum Erfolg häuften sich Kritikerstimmen, die die Newcomer als unoriginelle Retro-Rocker und billiges Rolling-Stones-Plagiat verrissen. Delta-Blues, Bob Dylan, The Beatles, Grateful Dead und Sly & The Family Stone nennen die Krähen, die einst als Punk-Band namens Mrs. Crowes Garden" begannen, als wichtigste Einflüsse. Die verarbeiten sie zu einer kraftvollen Mischung aus Southern Rock, Blues-Elementen und Rock n Roll. Über die musikalische Linie herrscht Konsens: Wir spielen nur das, was wir alle in der Band gut finden, sonst wäre es egoistisch. Denn dein Ego sollte dir nur sagen, wann du besser aufhörst zu arbeiten. Alles andere kommt aus dem Bauch." Auch jede Menge Bauchschmerzen. Denn bei den Hippie-Krähen, bei denen offiziell natürlich keine der anderen ein Auge aushackt, gab es seit Jahren regelmäßig Streit hinter den Flickenteppich-Kulissen. Besonders die Brüder Chris und Rich reihten sich dabei nahtlos in die Konfliktkonstellationen der Musikgeschichte ein: Von Barry und Robin Gibb (Bee Gees), über Mark und David Knopfler (Dire Straits), bis zu Noel und Liam Gallagher (Oasis) Familienbande scheinen die besten Voraussetzungen für Dauerstreß im kreativen Prozeß zu sein. Es gab eine Zeit, da beschränkte sich die Kommunikation der Brüder auf vier unmißverständliche Buchstaben und einen gestreckten Mittelfinger ... Interviews: Stefan Woldach & Marcel Anders
Zwei ausführliche Interviews mit den Robinson-Brüdern & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen ab Freitag den 12. Februar im Zeitschriftenhandel, bei guten Musikhändlern oder (für Abonnenten) beim Postboten erhältlich! © Copyright: Gitarre & Bass - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH |