Brian Setzer - THE STRAIGHTEST CAT !

Jahrelang war er Schnee von Gestern, plötzlich liegt er wieder voll im Trend: Brian Setzer, Rockabilly-Veteran der legendären Stray Cats, erlebt seinen zweiten Frühling. Als „King of Swing" ist er die Galionsfigur eines Revivals, das ganz Amerika in die goldenen 50er zurückversetzt. Dabei glänzt der Mann mit der Schmalztolle nicht nur mit Charme und handwerklichem Können, sondern vor allem durch ein 16köpfiges Orchester. Im Vorfeld seiner kommenden Deutschland-Tour bat er Gitarre & Bass zur Privataudienz nach Phoenix, Arizona.

Setzer’s Music
Der Page des „Double Tree"-Hotels kann einem leid tun: Die Flut an Koffern, Anzügen und Instrumenten, die er aus dem luxuriösen Nightliner in Richtung Rezeption karrt, nimmt einfach kein Ende. Dabei dürfte er der Einzige sein, der die Anwesenheit des Setzer Orchestras mit gemischten Gefühlen betrachtet. Denn wie die gesamten USA, ist auch die Wüstenmetropole Phoenix seit Monaten im Swing-Fieber. Setzer selbst gilt mit zwei Millionen verkaufter Einheiten seines dritten Albums ,The Dirty Boogie‘ als ungekrönter König des Revivals und füllt auf seiner laufenden US-Tournee selbst die größten Hallen. Allerorts drängen sich tanzwütige Teenager in Zweireihern und Petticoats, die gar nicht genug von der nostalgischen Zeitreise kriegen können. Und das Setzer Orchestra gibt ihnen, was sie wollen: Eine furiose Mischung aus Rockabilly, Bop und Swing, deren Euphorie geradezu ansteckend wirkt. Dabei ist der 38jährige Bandleader der alte geblieben: Ein ganzkörpertätowierter Vintage-Fetischist, der seinen ureigenen Traum aus Gretsch-Gitarren, dicken Straßenkreuzern und billigem Scotch lebt.

 

G&B: Brian, warum ist vor dir eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, eine BigBand mit Lead-Gitarre zu gründen?

Setzer: Keine Ahnung.

G&B: Aber das Konzept kann doch so neu nicht sein, oder?

Setzer: Das habe ich anfangs auch gedacht, aber es ist tatsächlich neu. Ich denke, daß die BigBands schon tot waren, als die elektrische Gitarre ihren Siegeszug antrat. In den 50er Jahren, als der Rock & Roll die Musikszene beherrschte, waren die BigBands längst verschwunden. Von daher war es wohl zu spät, um beides miteinander zu kombinieren. Vielleicht gab es irgendwann einmal einen schrägen Typen, der es versucht hat, aber er muß völlig in der Versenkung verschwunden sein, denn ich habe noch nichts von ihm gehört. Ich meine, es gab da eine Menge großartiger Rhythmus-Gitarristen wie Freddy Green oder Charlie Christian, aber sie agierten alle im Hintergrund. Insofern ist eine BigBand mit Lead-Gitarre etwas vollkommen Neues ...

 

Die komplette 8-Seiten-Story über Brian Setzer, mit Noten, Equipment-Infos & noch viel mehr kann man in Gitarre & Bass nachlesen – ab Freitag den 12. Februar im Zeitschriftenhandel, bei guten Musikhändlern oder (für Abonnenten) beim Postboten erhältlich!

© Copyright: Gitarre & Bass - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH

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