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Ganz in der Tradition einst erfolgreicher deutscher Gitarrenbaukunst stellte die Firma Hoyer auf der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt eine ganze Modellpalette von Jazzgitarren vor. Neben dem bereits getestetem Topmodell der German Jazz Deluxe gibt es noch einige weitere interessante Instrumente, von denen hier mit der Jazz 57 ein relativ preiswertes Modell einer in Korea hergestellten Vollresonanz-Jazzgitarre getestet werden soll. konstruktion Alle Verbindungsstellen sind mit einem einfachen weißen Kunststoff-Binding eingefaßt, wobei die Einfassung der Decke mit einem schwarz-weiß gestreiften Binding optisch hervorgehoben wird. Der Steg besteht aus schwarzem Palisander und läßt sich mit zwei Schrauben in der Höhe verstellen. Das Schlagbrett besteht aus einem weißen Perloid-Kunststoff und ist mit einer Halterung an der unteren Zarge und mit einer weiteren Schraube an der Decke befestigt. Der eingeleimte einteilige Ahornhals hat eine schräg unter dem 2. Bund angesetzte Kopfplatte (schwarz lackiert) und trägt den Schriftzug des Herstellers in Perlmutt eingelegt. Das Palisandergriffbrett ist mit 20 sogenannten Jumbo Frets" bundiert. Ebenfalls aus Perlmutt sind die Block Inlays", die in ungewöhnlich großer Zahl am 1., 3., 5., 7., 10., 12., 15., 17. und 19. Bund in das Griffbrett eingelegt sind. Der Unterschied zwischen den beiden Testmodellen besteht hauptsächlich in der Lackierung und in der Verwendung der Hardware aus deutscher Produktion. So sind der Saitenhalter, die Pickup-Abdeckungen, der Gurthalteknopf, der Pickup-Wahlschalter, die Halterung für das Schlagbrett und natürlich die Mechaniken bei der Metallic Gold verchromt, bei der Tobacco Sunburst hingegen vergoldet. Dort hat man wohl nur vergessen, die Klinken-Eingangsbuchse ebenfalls in der Goldausführung zu montieren. Die Mechaniken sind wie die gesamte Hardware ebenfalls in Deutschland hergestellt. Die Tonabnehmer heißen einfach Hoyer 57" und kommen auch bei weiteren Jazz-Gitarren-Modellen der Firma zum Einsatz. Schaltung und Verdrahtung der Elektrik entsprechen der traditionellen Herstellung: ein Dreiweg-Wahlschalter regelt die Anwahl der Pickups und für jeden Tonabnehmer stehen je ein Lautstärke- und ein Tonregler zur Verfügung. praxis Die ab Werk aufgezogenen ungeschliffenen Saiten von GHS in den Stärken von .011 bis .052 passen gut zu diesem Klangbild und vermitteln ein deutlich jazziges Spielgefühl, ohne daß man auf das Ziehen von Saiten oder andere Effekte wie z. B. Slappen verzichten muß. Mit dieser Gitarre lassen sich also auch Sounds im Bereich Fusion und Blues produzieren, was den Kreis der Käufer erheblich erweitern dürfte. Die Bespielbarkeit des Halses ist sehr gut, so daß man beim Spielen häufig vergißt, daß man eine so preisgünstige Gitarre spielt. Insgesamt gefällt mir das Modell mit der Sunburst-Lackierung besser, zum einen wegen des besseren Aussehens, zum anderen aber auch wegen des besseren Spielgefühls. In der Übersicht läßt sich nachvollziehen, daß die beiden Zwillingsschwestern in dieser Hinsicht eben doch nicht in allen Punkten gleich sind. resümee P L U S
Ü B E R S I C H T
Frank Haunschild
Diesen Testbericht & noch eine Menge mehr kann man in der August-Ausgabe von Gitarre & Bass nachlesen ab Freitag den 16. Juli im Zeitschriftenhandel, in guten Musikgeschäften oder (für Abonnenten) beim Postboten erhältlich! © Copyright: Gitarre & Bass - ein Magazin des MM-Musik-Media-Verlag GmbH |